Überempfindlichkeitsreaktionen

Fresh-up: Anaphylaktischer Schock APOTHEKE ADHOC, 09.08.2019 14:57 Uhr

Extremreaktion: Die häufigsten Auslöser für einen anaphylaktischen Schock sind unter anderem Insektengifte wie Wespen-, Bienen- oder Hornissengift. Foto: Gnubier / pixelio.de
Berlin - 

Manche Allergene führen bei Betroffenen zu Extremreaktionen: Der anaphylaktische Schock ist die stärkste Form der allergischen Reaktion. Sie zeigt sich in verschiedenen Symptomen und kann schnell lebensbedrohlich werden. Wichtig sind die Prophylaxe und die Einweihung des Umfeldes.

Die anaphylaktische Reaktion beruht auf einer Antigen-Antikörper-Reaktion des Soforttyps: Die eingedrungenen Allergene werden vom Körper als Fremdstoff erkannt, darauf folgt die Bildung von Antikörpern. Beim nächsten Kontakt reagiert das Immunsystem innerhalb von Minuten mit einer heftigen Schockreaktion: Die Blutgefäße weiten sich, Wasser strömt aus den Gefäßen und der Blutdruck sackt ab. Der gesamte Organismus reagiert und sowohl Haut, wie auch Atemwege, Magen-Darm-Trakt und das Herzkreislauf-System können betroffen sein. Auf der Haut kann es zu Ausschlag und Quaddelbildung mit Juckreiz und Rötungen kommen; auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind möglich.

Mund, Nase und Augen können jucken, kribbeln oder brennen. Im Verlauf können die Schleimhäute anschwellen. Dadurch kann es zu Luftnot und Engegefühl im Hals kommen. Sind die Atemwege betroffen, treten ebenfalls Symptome wie Heiserkeit und Husten auf. Im schlimmsten Fall bricht der Kreislauf komplett zusammen: Es kommt zu Schwindel und Benommenheit, unbehandelt folgen Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und Blutdruckabfall.

Die häufigsten Auslöser für anaphylaktische Reaktionen sind Insektengifte wie Wespen-, Bienen- oder Hornissengift, verschiedene Nahrungsmittel wie Soja, Nüsse, Sellerie oder Schalentiere sowie Latex oder Medikamente. Häufig lösen Antibiotika, Insulin oder Acetylsalicylsäure solche Reaktionen aus. Auch andere Faktoren haben Einfluss auf die Entstehung: So spielen bei der Anaphylaxie beispielsweise Stress, psychische Belastung, körperliche Anstrengung, Alkoholgenuss und Infekte eine Rolle.

Ein anaphylaktischer Schock ist immer ein Notfall. Daher sollte der Kontakt zum auslösenden Allergen möglichst vermieden werden. Kommt es dennoch dazu, erfolgt eine Notfallbehandlung. Betroffene müssen immer ein Notfallset bei sich tragen, um dieses im Ernstfall sofort anwenden zu können. Es beinhaltet einen Adrenalin-Autoinjektor, ein Antihistaminikum und ein Kortisonpräparat. Patienten mit Asthma erhalten zusätzlich ein bronchienerweiterndes Spray.

Das im Injektor enthaltene Adrenalin wirkt sehr schnell: Innerhalb weniger Minuten verengt es die Blutgefäße und entspannt die Bronchialmuskulatur. Dadurch wird der Kreislauf stabilisiert: Das Atmen wird erleichtert und der Herzschlag erhöht. Nach Verabreichung der Notfallmedikation muss dennoch medizinische Hilfe angefordert werden.

Um einem solchen Ernstfall vorzubeugen, sollten Freunde, Verwandte und Arbeitskollegen über das bestehende Risiko aufgeklärt werden. Nur so kann im Akutfall richtig gehandelt werden. Der Arzt stellt einen Anaphylaxie-Pass aus, welcher Anweisungen für den Notfall enthält. Wird dieser Pass zusammen mit den Notfallmedikamenten transportiert, können auch Dritte im Falle eines Notfalls handeln.