Möglichkeiten der Vor-Ort-Apotheke

Asthma und COPD: Kundenbindung durch Test und App APOTHEKE ADHOC, 16.08.2019 15:03 Uhr

  • Oft kommt es durch die verschiedenen Techniken bei den Patienten zu Anwendungsfehlern: Genau hier kann die Apotheke vor Ort punkten. Foto: Elke Hinkelbein
Berlin -

Um ihren Standort zu sichern, suchen die Vor-Ort-Apotheken fortlaufend nach Möglichkeiten, um sich von Versandapotheken zu unterscheiden und abzugrenzen. Ein wesentlicher Aspekt kann hier die Kundenbindung von Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Asthma und COPD sein: Für die persönliche Beratung stehen zahlreiche Materialien zur Verfügung.

Der Markt für chronische Atemwegserkrankungen ist groß: Es gibt zahlreiche Inhalatoren und verschiedene Inhalationssysteme. Oft weichen die einzelnen Anwendungstechniken voneinander ab: Drücken, Drehen, Atmen – und das alles in der richtigen Reihenfolge und zum richtigen Zeitpunkt. Das Timing bei der Anwendung von inhalativen Medikamenten ist extrem wichtig, damit die Wirkstoffe in der Lunge ankommen und wirken können. Nur so können typische Symptome wie Luftnot, Husten und Entzündungen gelindert werden.

Oft kommt es durch die verschiedenen Techniken bei den Patienten zu Anwendungsfehlern: Genau hier kann die Apotheke vor Ort punkten. Die Überprüfung der korrekten Inhalatoranwendung kann die Kunden in ihrem Therapiemanagement unterstützen und so beitragen, eine persönliche Beziehung aufzubauen. Jedoch sollte der Inhalator und seine Anwendungstechnik nicht nur bei einer Neuverordnung erläutert werden. Häufig lohnt es sich, auch bei Folgerezepten nachzuhaken: Im Beratungsgespräch lassen sich oft Unsicherheiten oder fehlende Kenntnis in Bezug auf die Inhalationstherapie erkennen. Hier können PTA & Co. ansetzen und ausführlich schulen, denn nicht jeder Patient ist sich seiner fehlerhaften Anwendung oder schlechten Krankheitskontrolle bewusst.

Zur Unterstützung der Patienten gibt es zahlreiche Möglichkeiten, eine davon ist der sogenannte „Asthmakontrolltest“ (ACT): Es handelt sich dabei um ein validiertes Formular mit fünf Fragen, das speziell für Menschen ab zwölf Jahren, die an Asthma leiden, entwickelt wurde. Die Ergebnisse können dabei helfen einzuschätzen, wie gut der Patient das Asthma unter Kontrolle hat. Sinnvoll ist es, den Test regelmäßig und zu unterschiedlichen Jahreszeiten durchzuführen: So kann die Krankheitsentwicklung in Abhängigkeit von Umweltfaktoren wie Witterung und Pollenflug eingeschätzt werden.

Der Test umfasst Fragen zu Alltagseinschränkungen, Symptomatik und Anwendung der Notfallmedikation. Anhand eines Punktesystems wird die Kontrolle der Asthmaerkrankung ermittelt: Bei nur eingeschränkter oder sogar schlechter Kontrolle können das Selbstmanagement des Patienten besprochen und seine Inhalationstechnik überprüft werden. Bei anhaltend schlechter Kontrolle kann auch ein Arztbesuch empfohlen werden, um gegebenenfalls die Therapie anzupassen.

Neben der Anwendung sollte auch die Einnahmehäufigkeit genau erläutert werden: Wie oft und wann ist das Medikament anzuwenden? Je nach Medikament erfolgt die Gabe ein- oder mehrmals täglich. Oft können auch weitere Tipps helfen: Nach der Anwendung sollte der Mund stets mit Wasser ausgespült werden, damit keine Reste des Aerosols oder Pulvers im Mund verbleiben. Diese können sonst zu Infektionen im Mundraum führen und beispielsweise Entzündungen oder einen Mundsoor verursachen.

Vor allem für junge Patienten bieten sich digitale Unterstützungsmöglichkeiten an: In Zusammenarbeit mit Berlin-Chemie ist eine App entstanden, welche den Patienten unterstützen kann. Die kostenlose „MyTherapy App“ erinnert beispielsweise an die regelmäßige Inhalation und dokumentiert wichtige Daten, wie Symptome, Laborwerte und therapierelevante Aktivitäten. Die App steht sowohl für Android als auch für iOS zur Verfügung und ist in mehr als 30 Sprachen erhältlich.