Arbeitszeiten

Als PTA im Notdienst APOTHEKE ADHOC, 21.11.2017 11:28 Uhr

Berlin - Für Apotheker gehört der Notdienst zum Berufsalltag. Sie sind darauf eingestellt und wissen, dass auch Wochenenden oder Feiertage mal ohne Familie verbracht werden müssen – oder dass die Liebsten auf einen Besuch in der Apotheke vorbeikommen. Doch für mich als PTA war es etwas ganz Neues. Ein Notdienst als PTA? Geht das überhaupt?

Für alle, die jetzt geschockt sind: Nein, ich muss und darf ihn natürlich nicht alleine machen. Ich diene lediglich als Unterstützung des Apothekers. So haben wir das in unserer Apotheke geregelt. An Sonn– und Feiertagen ist zusätzlich zum diensthabenden Apotheker immer noch eine PTA als helfende Hand an der Seite des verantwortlichen Pharmazeuten – zumindest während der Stoßzeiten von 9 bis 19 Uhr.

„Lohnt sich das überhaupt?“, habe ich mich vor meinem „ersten Mal“ gefragt. Ich muss gestehen, ich hätte nicht gedacht, dass soviel zu tun ist und wir zu zweit alle Hände voll zu tun hätten. Ein wenig nervös war ich aber schon irgendwie. Gibt es einen Unterschied zum normalen Geschäft, welches man so jeden Tag erlebt? Ich war sehr gespannt.

Die Tür ist an solchen Tagen bei uns ganz normal geöffnet, das bedeutet, wir bedienen wie an einem normalen Wochentag und nicht, wie sonst üblich im Notdienst, durch die Klappe.

Neben den hilfesuchenden Kunden vor Ort klingelt nebenher noch sehr oft das Telefon. Viele Kunden rufen nur an, um sich zu vergewissern, dass wir auch wirklich Notdienst haben und da sind. Andere wollen wissen, ob ein bestimmtes Medikament vorrätig ist – und es gibt tatsächlich Kunden, die fragen, ob man nicht eben einen Boten rausschicken kann.

Viele treibt es aus der nächsten Notfallpraxis mit Rezepten über Antibiosen zu uns. Den Großteil bilden jedoch Kunden mit starken Erkältungen, Magen-Darm-Problemen oder akuten Schmerzen.

Eine sehr große Gruppe sind aber auch Eltern, die für ihre Kinder dringend etwas benötigen. Sei es etwas gegen Zahnungsbeschwerden, einen neuen Hustensaft oder Fieberzäpfchen.

Auch die Nachfrage und Beratung zur Pille danach ist im Notdienst sehr hoch. Mittlerweile fahren wir den Bestand vor dem Notdienst nochmal hoch, damit auch wirklich genug an Lager ist, denn einmal wurde es knapp.

Ich war wirklich erstaunt, wieviele Anwohner den Notdienst brauchen, beanspruchen und auch zu schätzen wissen. Wir hatten bisher immer alle Hände voll zu tun und es ist gut, dass wir zu zweit sind. Mir ist aufgefallen, dass die Kunden im Notdienst wesentlich geduldiger sind. Kein Hufescharren, Tippeln oder demonstratives Seufzen. Was da zurückkam, war schlicht und einfach Dankbarkeit, dass ihnen in ihrer Not geholfen wurde.