Halbfeste Zubereitung

2. Ringversuch: Triamcinolonacetonid 04.05.2026 14:26 Uhr

Berlin - 

Von April bis Dezember läuft der zweite Rezeptur-Ringversuch. Herzustellen ist eine halbfeste Zubereitung mit Triamcinolonacetonid. Dabei gibt es einiges zu beachten.

Triamcinolonacetonid gehört zu den mittelstark wirksamen topischen Glucocorticoiden der Wirkstärkeklasse II. Das weiße kristalline Pulver ist praktisch unlöslich in Wasser. Der rezeptierbare Bereich liegt zwischen pH 2 und 9, wobei das Stabilitätsmaximum bei pH 4 erreicht ist. Ist der Anteil an gelöstem Triamcinolonacetonid hoch, sollte der pH-Wert der Rezeptur zwischen pH 2 von 6 liegen, wobei pH 6 das Maximum darstellt und nicht überschritten werden sollte – gleiches gilt bei einer niedrigen Wirkstoffkonzentration. Der Wirkstoff wird in der Regel in Konzentrationen zwischen 0,025 und 0,1 Prozent in Rezepturen verarbeitet.

Die Rezeptursubstanz kann einen Wasseranteil von etwa 2 Prozent aufweisen. Daher kann es nötig sein, den Einwaagekorrekturfaktor zu berücksichtigen, wenn ein Mindergehalt von mehr als 2 Prozent angegeben ist.

Halbfeste Zubereitung

Triamcinolonacetonid kann in verschiedenen Grundlagen verarbeitet werden. Der Wirkstoff ist in Basiscreme, anionischer hydrophiler Creme oder Kühlsalbe über drei Monate stabil. Gleiches gilt für die wasserfreie weiche Zinkpaste.

Für die Herstellung einer hydrophilen Creme kann anstelle der Rezeptursubstanz das hydrophile Rezepturkonzentrat mit Nichtionischer hydrophiler Creme SR DAC verwendet werden. Hierbei handelt es sich um eine 1-prozentige Verreibung.

Eine halbfeste Zubereitung mit Triamcinolonacetonid wurde bereits 2024 im Rahmen der Rezeptur-Ringversuche hergestellt. Anzufertigen war Zubereitung mit Anionischer hydrophiler Creme DAB als Grundlage. Neben Triamcinolonacetonid werden nach Bedarf auch Mittelkettige Triglyceride verarbeitet. Möglich ist sowohl die Herstellung mit der Hand als auch im automatischen Rührsystem.

Triamcinolonacetonid vs. Triamcinolon

Triamcinolonacetonid ist etwa zehnmal wirksamer als Triamcinolon. Triamcinolonacetonid besitzt eine höhere Lipophilie. Triamcinolon hat aufgrund seiner Hydrophilie ein schlechteres Penetrationsvermögen und sollte nicht in topischen Zubereitungen verarbeitet werden. Der Einsatz in Rezepturen zur Anwendung auf Schleimhäuten ist jedoch möglich.

Kombinationen

Die Rezeptursubstanz kann mit anderen Wirkstoffen verarbeitet werden. Beispielsweise ist die Kombination mit dem antibiotisch wirksamen Erythromycin möglich. Allerdings ist die Haltbarkeit auf vier Wochen begrenzt, vorausgesetzt, es wird gemäß NRF-Vorschrift hergestellt. Außerdem sollten wasserfreie Systeme verwendet werden. Auch Harnstoff und Ichtyol sind mögliche Rezepturpartner. Wobei die Kombination aus Triamcinolonacetonid und Ammoniumbituminosulfonat über drei bis sechs Monate stabil ist. Bei der Kombination mit Harnstoff können pH-Korrekturen die Haltbarkeit verlängern. Außerdem kann Triamcinolonacetonid mit Salicylsäure verarbeitet werden. Auch hier lohnt ein Blick in das NRF, das beispielsweise unter 11.134 eine Vorschrift zur Herstellung eines Salicylsäure-Öls mit Triamcinolonacetonid liefert. Das Glucocorticoid wird unter Zugabe von 2-Propanol in Lösung gebracht.