Zur Prävention in die Apotheke um die Ecke 26.01.2026 16:15 Uhr
Bei der Gesundheitsvorsorge hinke Deutschland hinterher, bestehende Angebote zu wenig genutzt. Das zeigten Daten einer Ciney-Umfrage im Auftrag von Branchenverband Pharma Deutschland. Die Angebote, die es unter anderem von Apotheken gebe, müssten stärker genutzt werden, fordert der Verband. Der Ausbau der pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) sei sinnvoll.
Die Ergebnisse des neuen „Gesundheitsmonitor 2026“ ergaben nach Umfrage unter rund 5000 Menschen, dass Apotheken als niedrigschwellige, wohnortnahe Anlaufstellen für Prävention zu wenig genutzt werden. Gerade einmal 3,1 Prozent der Befragten hätten demnach in den vergangenen zwei Jahren eine pDL – wie beispielsweise eine Blutdruckmessung – wahrgenommen.
Bewusstsein für Angebote noch steigerungsfähig
Es gebe laut Pharma Deutschland „schon heute gute pharmazeutische Dienstleistungen zur Früherkennung“. Mit Umsetzung der geplanten Apothekenreform würde das Angebot noch erheblich ausgeweitet. „Doch der Gesundheitsmonitor belegt: Das Bewusstsein in der Bevölkerung, dass die niedrigschwelligen Angebote da sind, ist noch steigerungsfähig“, heißt es vom Verband.
Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt (58,7 Prozent) und Impfungen (61,3 Prozent) würden von der Mehrheit genutzt, auf leicht zugängliche Vorsorgeangebote treffe das aber nicht zu. 6,5 Prozent der Befragten nutzen digitale Gesundheits-Apps, beim Thema Ernährung sind es 5,7 Prozent, bei zertifizierte Sport-Präventionskursen sogar nur 5,3 Prozent.
Knapp 20 Prozent der Befragten geben an, in den vergangenen zwei Jahren überhaupt keines der abgefragten Vorsorgeangebote genutzt zu haben – vor allem die 40- bis 49-Jährigen und Beschäftigte mit körperlichen Berufen sowie ledige Personen gaben dies an. Auch die regionalen Unterschiede seien groß, geringe Beteiligung in Sachsen, hohe in Schleswig-Holstein.
Prävention anbieten, wo Menschen sind
„Bei der niedrigschwelligen Vorsorge hinken wir international hinterher – und das doppelt: Die deutsche Präventionsinfrastruktur ist im europäischen Vergleich unterentwickelt und unsere Umfrageergebnisse zeigen, dass selbst die bestehenden Angebote von einem Fünftel der Bevölkerung gar nicht angenommen werden“, meint Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.
„In den aktuellen Gesetzgebungsverfahren – wie zum Beispiel der Apothekenreform – finden sich gute Ansätze, um die Prävention stärker dort anzubieten, wo die Menschen im Alltag ohnehin sind: in der Apotheke um die Ecke oder bei digitalen Angeboten. Jede Chance, die Gesundheitsprävention zu stärken, sollte genutzt werden. Dabei helfen echte Anreize, verständliche Aufklärung und niederschwellige Angebote.”