„Wir sind fassungslos“ 21.04.2026 14:45 Uhr
Die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) geplante Erhöhung des Kassenabschlages kritisiert der Landesapothekerverband Niedersachsen (LAV) aufs Schärfste. Man sei „fassungslos“. Der Verband fordert die Bundesregierung auf, die versprochene Erhöhung des Fixums vorzunehmen – ohne an anderer Stelle zusätzlich zu belasten.
„Wir sind fassungslos, dass die Bundesregierung das seit Jahren überfällige Apothekenhonorar zwar auf mindestens 9,50 Euro erhöhen will, gleichzeitig aber eine höhere Belastung durch den Kassenabschlag plant. Das ist aus unserer Sicht ein klarer Bruch des Koalitionsvertrages, der eine wirtschaftliche Stärkung der Apotheken vorsieht“, kritisiert Frank Germeshausen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des LAV.
Schon lange sei das Apothekenhonorar nicht mehr zeitgemäß. „Nun sollen wir Apothekeninhaberinnen und -inhaber erneut das Finanzloch der gesetzlichen Krankenkassen stopfen. Damit ignoriert die Politik weiter die prekäre wirtschaftliche Lage der Apotheken sowie die gravierenden Folgen des Apothekensterbens für die Gesundheitsversorgung“, so Germeshausen.
LAV droht Maßnahmen an
„Die 9,50 Euro werden von dem steigenden Mindestlohn und den kontinuierlich wachsenden Kosten aufgezehrt. Wir in Niedersachsen fordern daher seit Langem mindestens zwölf Euro. Sollte es zunächst bei den 9,50 Euro bleiben, muss die Erhöhung schnell kommen, damit weitere Erhöhungen des Apothekenhonorars mit den Krankenkassen zukünftig verhandelt werden können“, so der LAV-Vize.
Werde an den nun veröffentlichten Sparplänen festgehalten, werde das Apothekensterben weitergehen – auf Kosten der Versorgung. „Wir werden mit weiteren, auch drastischeren Maßnahmen reagieren, wenn die Bundesregierung an diesen Plänen festhält.“