Vorschläge stehen „für eine kurzsichtige Sparpolitik“ 07.10.2026 11:59 Uhr
In der heutigen Anhörung im Gesundheitsausschuss geht es um die Änderungsanträge, die unter anderem die apothekenbezogenen Zytostatika-Ausschreibungen zurückbringen sollen. Auch weitere Vergütungskürzungen für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) werden ein Thema sein. Pharma Deutschland kritisiert die Pläne, die für eine „kurzsichtige Sparpolitik“ stünden.
Die Vorschläge würden weder die Risiken für eingespielte Versorgungsabläufe in der Krebstherapie noch die Folgen zusätzlicher Vergütungsabschläge für digitale Therapien ausreichend berücksichtigen. Der Branchenverband fordert deshalb, beide Regelungen aus dem Änderungspaket zu streichen.
„Die beiden Vorschläge stehen für eine kurzsichtige Sparpolitik, die sowohl die Versorgungsqualität der Gesundheitsinfrastruktur als auch die Pharmaunternehmen am Standort Deutschland schwächt“, so Hauptgeschäftsführerin Dorothee Brakmann.
„Eine nachhaltige Stabilisierung der GKV-Finanzen braucht Reformen, die Wirtschaftlichkeit mit verlässlicher Versorgung verbinden. Die Krankenkassen drängen auf zusätzliche Sparinstrumente, ohne nach rechts oder links zu schauen und die Folgen für Versorgung und Innovation ausreichend zu berücksichtigen. Die Bundesregierung darf diese Forderungen nicht zulasten der Patienten umsetzen. Qualität und Verlässlichkeit der Versorgung müssen der zentrale gesundheitspolitische Maßstab sein„, so Brakmann weiter.
Mit dem Comeback der Zyto-Ausschreibungen drohe der Fehler wiederholt zu werden, der 2017 bewusst gesetzlich korrigiert wurde. Pharma Deutschland widerspricht daher der Forderung der Kassen nach erneuten Ausschreibungen.
Ab Januar 2027 soll zudem die Vergütung einer DiGA rückwirkend um den Anteil der Nutzer gekürzt werden, die sie innerhalb der ersten 28 Tage vorzeitig beenden. Pharma Deutschland lehnt dies ab.