Kandidatencheck

Vogler (Linke): „Verfehlte Politik von Jens Spahn korrigieren“ APOTHEKE ADHOC, 22.09.2021 12:31 Uhr

Rx-Versand und E-Rezept: Kathrin Vogler (Linke) will die Politik von Jens Spahn korrigieren.
Berlin -

In der nächsten Legislaturperiode geht es laut Kathrin Vogler darum, die „verfehlte“ und „chaotische“ Politik des amtierenden Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) wieder zu korrigieren. Ein besonderes Augenmerk will die Gesundheitsexpertin von Die Linke dabei auf die Apotheken legen, wie sie im „Kandidatencheck“ verrät.

Als „Herzensangelegenheit“ bezeichnet Vogler die Apotheke vor Ort. Daher gehe es einerseits darum, den Rx-Versandhandel zu stoppen. „Waffengleichheit sieht anders aus“, so Vogler mit Blick auf die Rx-Preisbindung ausschließlich im GKV-Bereich. Noch schlimmer ist aus ihrer Sicht aber, dass niemand für die Temperaturkontrolle zuständig sein könne oder wolle. „Das gefährdet die Sicherheit der Patienten, deshalb wollen wir Maßnahmen ergreifen, um dieses Einfallstor zu schließen.

Eine große Honorierungsreform fände sie nicht zeitgemäß, da die Apotheken derzeit sehr beschäftigt seien, die Versorgung zu sichern. Man müsse aber auf lange Sicht dafür sorgen, dass sich nicht drei bis vier Apotheken um ein MVZ ansiedelten und gleichzeitig an anderer Stelle fehlten, sodass Verbraucher weitere Wege hätten: „Wir müssen die niedergelassene Apotheke im ländlichen Raum stärken.“ In „ganz wenigen und genau definierten Einzelfällen“ sei dabei auch eine Ausweitung des Mehrbesitzes möglich. Auch den Opfern der AvP-Pleite müsse geholfen werden.

Ein wichtiges Thema sind aus Sicht von Vogler die pharmazeutischen Dienstleistungen. „In den Apotheken steckt noch viel mehr Potenzial, als derzeit abgerufen wird.“ Als niedrigschwelliges Angebot könnten Apotheken Ärzte und Kliniken entlasten, zum Beispiel bei der Beratung unabhängig vom Arzneimittel und bei der Prävention. „Ich würde mir die Apotheke als Kompetenzzentrum wünschen.“ Es sei bedauerlich, dass es zu keiner Einigung mit den Kassen gekommen sei, gegebenenfalls müsse man als Gesetzgeber daher nachlegen.

Beim Thema E-Rezept müssten Leitplanken gesetzt werden. Als Linke sei man nicht grundsätzlich dagegen, aber es müsse auf Freiwilligkeit beruhen und datenschutzrechtliche Aspekte müssten genauso geklärt sein wie ein Ausschluss von Geschäftsmodellen, die das Makeln von Rezepten zum Ziel hätten. Leider seien sowohl Spahn als auch der von ihm eingesetzte Digitalisierungschef Gottried Ludewig allzu sehr den Interessen der IT-Industrie und der großen Versandhändler verpflichtet.