Verdi: Minister soll Spargesetz stoppen 12.06.2026 08:42 Uhr
Der neue baden-württembergische Gesundheitsminister Oliver Hildebrand (Grüne) unterstützt laut Gewerkschaft Verdi den Protest gegen das GKV-Beitragsstabilisierunggesetz (BStabG). Demnach wird sich Baden-Württemberg heute im Bundesrat entsprechend positionieren.
Hildenbrand fordere zu Recht, die Deckelung des Pflegebudgets zu verhindern sowie die vollständige Refinanzierung der Pflegepersonalkosten beizubehalten, so Verdi-Landesbezirksleiterin Maike Schollenberger. „Wir kämpfen gemeinsam für eine gute Krankenhausversorgung für die Menschen im Land. Dieses Gesetz wäre ein Insolvenz-Booster für die Kliniken. Wir appellieren an die Abgeordneten des Bundestages, diese Reform zu stoppen: Nehmt die Kritik von Bundesländern, Kommunen, Krankenhausträgern, Sozialverbänden und von uns, der Vertretung der Beschäftigten, ernst. Die Bundesregierung und ihr Kanzler können nicht ernsthaft erwarten, dass wir eine fatale Gesundheitspolitik mit Wohlwollen begleiten.“
In Baden-Württemberg fanden diese Wochen parallel zur Gesundheitsministerkonferenz (GMK) in Hannover und der ersten Lesung heute im Bundestag und Beratung im Bundesrat zahlreiche Protestaktionen statt, zu denen Verdi aufgerufen hatte, teilweise in Bündnissen mit Kliniken. Insgesamt nahmen laut Gewerkschaft an den Kundgebungen von Dienstag bis Donnerstag in Emmendingen, Öhringen, Wiesloch, Mannheim, Freiburg, Heilbronn, Tauberbischofsheim, Crailsheim, Schwäbisch Hall, Balingen, Albstadt, Singen, Rottweil, Konstanz, auf der Reichenau, in Heidelberg, Karlsruhe, Ulm und Aalen mehr als 2000 Beschäftigte aus Krankenhäusern und Zentren für Psychiatrie sowie Unterstützer:innen teil.
Jakob Becker, Landesfachbereichsleiter Gesundheit und Soziales: „Diese Reform wird nur kürzen ohne Perspektive auf Verbesserung. Bereits jetzt arbeiten viele Kliniken und damit ihre Beschäftigten am Limit. Die geplante GKV-Reform wird zu Personalabbau und Leistungseinschränkungen führen. Ausbaden müssen diese falsche Politik die bereits jetzt überlasteten Beschäftigten in den Krankenhäusern. Wir ermutigen sie, auch an heutigen Aktionen der Krankenhausgesellschaft teilzunehmen und wünschen uns weiterhin einen gemeinsamen Protest.“