Praktische Jahr anpassen

Veraltete Inhalte: Medizinstudenten fordern Studienreform 28.10.2026 09:06 Uhr

Göttingen - 

Medizinstudierende fordern eine Reform ihres Studienfachs. „Wir werden für ein System ausgebildet, das spätestens seit der Krankenhausreform so nicht funktioniert“, kritisieren Studierende der Universität Göttingen. Sie schließen sich damit Forderungen der Bundesvertretung der Medizinstudierenden an.

Insbesondere das sogenannte Praktische Jahr solle angepasst werden. In diesem letzten Studienjahr arbeiten die angehenden Mediziner und Medizinerinnen bereits Vollzeit im Gesundheitswesen. Die Aufwandsentschädigung reiche allerdings im Regelfall kaum zum Decken von Mietkosten.

Fehlende Themen im Studium

Darüber hinaus kritisieren die Studierenden, dass Themen wie die Digitalisierung, ambulante Versorgung oder Gendermedizin nicht im Studium berücksichtigt würden. Für den Mittag rufen die Studierenden zu einer Demonstration vor der Universitätsmedizin Göttingen auf. Eine Petition zu dem Thema hat seit Anfang Oktober mehr als 12.000 Unterschriften gesammelt.

Auch die Ärztegewerkschaft Marburger Bund unterstützt die Forderungen der Studierenden. „Wer den Nachwuchs für die medizinische Versorgung in Niedersachsen gewinnen und halten will, muss bereits während der Ausbildung faire Bedingungen bieten“, hieß es in einer Mitteilung. „Wenn Bund und Länder die Reform des Medizinstudiums weiter verschleppen, spielen sie Lotto mit der Zukunft unseres Gesundheitssystems“, sagte Jonas Ahrens, Mitglied des studentischen Teams „faires PJ“ Göttingen und Organisator der Demo, laut der Mitteilung.