SPD will neue Finanzierung für Gesundheit und Pflege 08.02.2026 22:34 Uhr

Berlin - 

Die SPD will die Finanzierung von Gesundheit und Pflege neu organisieren. „Wir wollen an dieser Stelle die Finanzierung gerechter gestalten und auch perspektivisch alle Einkommensarten miteinbeziehen“, sagte Parteichefin und Arbeitsministerin Bärbel Bas. 

Neben Löhnen und Gehältern würden dann zum Beispiel auch Kapitalerträge oder Mieteinkünfte berücksichtigt. Bislang werden diese nur bei freiwilligen Mitgliedern in der gesetzlichen Krankenversicherung eingerechnet und auch hier nur bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze.

Ziel sei, die Beiträge zu senken, heißt es in einem Beschluss des SPD-Parteivorstands, über den zuerst der Spiegel berichtete. Das Papier basiert auf einem Zwischenbericht der parteiinternen Sozialstaatskommission. Die SPD fordert darin auch eine Ausweitung der Rentenversicherungspflicht auf Beamte, Selbstständige und Mandatsträger. „Wer arbeitet, zahlt ein“, solle das Prinzip sein.

Zuvor kritisierte Bas politische Ideen, telefonische Krankschreibungen, das Recht auf Teilzeit oder die Kostenübernahme für Zahnarztbesuche abzuschaffen. „Das alles ist eine Abrissbirne für die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern“, sagte sie in einer Grundsatzrede im Willy-Brandt-Haus. Wer so etwas vorschlage, habe keinen Respekt vor dem Leben, der Leistung und den Problemen ganz normaler Menschen. Die Union, aus deren Umfeld diese Vorschläge kamen, erwähnte Bas nicht.

Mit einer Vorstandsklausur und Reden der Parteivorsitzenden will die SPD an diesem Wochenende die Arbeit an einem neuen Grundsatzprogramm beginnen. Es soll die Haltung der Sozialdemokraten zu verschiedenen politischen Themen definieren und ihnen einen Kompass auch in aktuellen Debatten geben. Das aktuelle SPD-Grundsatzprogramm stammt noch von 2007 und ist an vielen Stellen veraltet.