HAV ruft zum Protest auf

Seyfarth: „Zumindest minimale Honorar-Anpassung“ notwendig 03.03.2026 11:09 Uhr

Offenbach am Main - 

Am 23. März sollen Apotheken bundesweit geschlossen bleiben. Der Hessische Apothekerverband (HAV) ruft seine Mitglieder zur breiten Beteiligung auf. Laut einer internen Abfrage des HAV planen zahlreiche Betriebe an diesem Tag eine Schließung, andere werden den Protest vor Ort unterstützen.

„Der Protest richtet sich nicht gegen Patientinnen und Patienten – er ist ein Warnsignal an die Politik“, erklärt Holger Seyfarth, Vorsitzender des Verbands. „Wir erwarten jetzt konkrete und schnelle Entscheidungen: eine sofort wirksame, zumindest minimale Honorar-Anpassung und eine rechtssichere Skonto-Regelung, die in der Praxis funktioniert. Viele Apotheken stehen mit dem Rücken zur Wand. Wenn hier nicht kurzfristig gehandelt wird, werden weitere Standorte wirtschaftlich nicht durchhalten – mit spürbaren Folgen für die Versorgung.“

Mit dem Protest sollen die laufenden politischen Prozesse unterstützt und beschleunigt werden. Dabei gehe es insbesondere um zwei dringend notwendige wirtschaftliche Maßnahmen: Zum einen brauche es eine sofort wirksame, zumindest minimale und längst überfällige Anpassung des Apothekenhonorars sowie eine klare, praktikable Regelung, die Skonti im Großhandel wieder rechtssicher ermöglicht. Beides seien zentrale Stellschrauben, um die wirtschaftliche Stabilisierung der Apotheken kurzfristig abzusichern – und damit die Arzneimittelversorgung flächendeckend zu erhalten. Der Verband fordert, dass die notwendigen Maßnahmen zügig, rechtssicher und ohne weitere Verzögerungen umgesetzt werden.

Apotheken leisteten täglich unverzichtbare Arbeit – „von der Akutversorgung über die Arzneimittelsicherheit bis zur kompetenten pharmazeutischen Betreuung“, betont der HAV. Der Protesttag solle sichtbar machen, dass die Belastungsgrenze erreicht ist und dass Entscheidungen benötigt werden, die in der Praxis ankommen.