Zukunftspakt

Sachsen-Anhalt soll Top-Pharmastandort werden 17.06.2026 09:29 Uhr

Berlin - 

Mit einem Zukunftspakt will Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) Sachsen-Anhalt als Pharmastandort stärken. „Wir haben in den letzten Jahrzehnten einiges aufgebaut“, sagte der CDU-Politiker nach einem Pharma-Gipfel in Magdeburg. Ziel sei es, den Standort in die Zukunft zu begleiten. Wie ein Fünf-Punkte-Plan die Branche fit für Europas Spitze machen will.

Ein großer Teil der Pharmaversorgung in Deutschland hänge von Sachsen-Anhalt ab, so Schulze. „Viele Medikamente, die Sie heute in Deutschland, teils in Europa, zu sich nehmen, kommen aus Sachsen-Anhalt.“ Der Ministerpräsident hatte Vertreter aus Wissenschaft, Pharmaindustrie, Verbänden und Gewerkschaften in die Staatskanzlei geladen, um über die künftigen Potenziale der Branche im Land zu diskutieren.

Fünf-Punkte-Plan

Ergebnis ist eine gemeinsame Erklärung mit dem Ziel, die Zukunft Sachsen-Anhalts als Pharmastandort zu stärken. Ein Fünf-Punkte-Plan soll die Voraussetzungen für neue Investitionen, Innovationen und hochwertige Arbeitsplätze schaffen. Vorgesehen sind etwa schnellere Genehmigungen bei Ansiedlungen und Erweiterungen, ein zentraler Ansprechpartner in der Staatskanzlei und der Ausbau von Produktionskapazitäten für kritische Arzneimittel.

Sachsen-Anhalt als europäischer Top-Standort

Der Pharma-Gipfel soll künftig jährlich stattfinden. Zusätzlich sind Treffen in kleineren Runden geplant. Nach Schulzes Vorstellungen soll Sachsen-Anhalt zu einem der Top-Pharmastandorte in ganz Europa werden. Unternehmen wie Bayer, Merz Pharma und Wacker produzieren bereits in Sachsen-Anhalt. 30.000 Menschen sind laut Schulze in der Branche direkt und indirekt beschäftigt.

Han Steutel, Präsident des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (vfa), lobte den Gipfel. Die Infrastruktur für die forschende Pharmaindustrie in Deutschland sei hervorragend, sagte Steutel. Sachsen-Anhalt habe als eines der kleineren Bundesländer einen riesigen Vorteil: Die Wege seien kürzer. „Sachsen-Anhalt hat alles, was einen starken Pharmastandort ausmacht. Jetzt kommt es darauf an, daraus verlässliche Standortpolitik zu machen – mit schnellen Verfahren, Planungssicherheit und innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen. Der Gipfel sendet dafür ein wichtiges Signal: Forschung, Produktion und Versorgungssicherheit gehören in Deutschland und Europa wieder enger zusammen.“ Im Wettbewerb mit den USA und China müsse man dafür sorgen, dass man mitmachen könne und werde.

Ähnlich äußerte sich Dr. Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI): „Unsere Industrie kann Wachstumsmotor und Innovationstreiber sein. Unsere Unternehmen können noch mehr hochwertige Arbeitsplätze schaffen. Vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen. Es ist gut, dass sich die Landesregierung, allen voran der Ministerpräsident selbst, dafür einsetzt. Wir brauchen eine starke pharmazeutische Industrie im Land, um die Versorgung zu sichern. Jetzt und erst recht im Krisenfall.“

Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, sagte zum Gipfel: „Der Pharma-Gipfel setzt ein wichtiges Zeichen für den Standort Sachsen-Anhalt. Entscheidend ist nun, dass die vereinbarten Handlungsfelder konsequent umgesetzt werden und die Unternehmen die Verbesserungen auch tatsächlich in ihren Verfahren spüren.“

„Wer Medikamente braucht und sie nicht bekommt, verliert das Vertrauen in den Staat. Deshalb ist es so wichtig, dass die Politik heute anerkennt: Versorgungssicherheit ist nicht nur im Krisenfall relevant, sondern jeden Tag – und sie fängt in Generikawerken wie dem in Barleben an. Sachsen-Anhalt zeigt, was das wert ist. Jetzt muss der Bund dafür sorgen, dass sich Generika-Produktion in Deutschland auch lohnt“, so Bork Bretthauer, Geschäftsführer von Pro Generika.