Saar: „Hier überholt die Realität die Satire!“ 15.04.2026 10:12 Uhr
Gestern stellte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ihre Vorhaben zur Stabilisierung der Finanzen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vor – und erntete Zuspruch von den Kassen und Kritik von Leistungserbringern, sowie von den Grünen und der SPD. Zwar bleibt Warken bei ihrem Versprechen zum Fixum, droht aber nun, den Apothekenabschlag an die Kassen zu erhöhen. „Was wir hier erleben, ist Politik ‚at its best’“, so Manfred Saar, Präsident der Apothekerkammer des Saarlandes.
Höheres Fixum auf der einen Seite, höherer Abschlag an die Kassen auf der anderen – für Saar war die gestrige Ankündigung ein Unding: „Was wir hier erleben, ist Politik ‚at its best‘, allerdings im umgekehrten Sinne. Letztmalig wurde das Apothekenhonorar 2013 angepasst. Apotheken haben damit ihren Sparbeitrag mehr als erbracht. Hätte sich das Apothekenhonorar seit 2013 parallel zur Grundlohnrate entwickelt, würde dieses nunmehr bei 12,64 Euro liegen. Dann könnte man auch von einem Sparbeitrag der Apotheken reden.“
Alle müssten ihren Beitrag leisten, um das Gesundheitssystem zu stabilisieren und die Kassen zu entlasten, damit diese wiederum nicht die Beitragszahler übermäßig zur Kasse bitten müssten, so der Plan des Bundesgesundheitsministeriums (BMG). „Hier überholt die Realität die Satire! Die Politik weigert sich seit Jahren, das Apothekenhonorar zu erhöhen. Wir haben im Saarland mittlerweile 30 Prozent aller Apotheken verloren. Die Gehälter liegen teilweise nur knapp über dem Mindestlohn“, resümiert Saar die aktuelle Lage.
Das Vorgehen der Ministerin stößt bei ihm auf komplettes Unverständnis: „Und jetzt soll die im Koalitionsvertrag versprochene Anhebung des Apothekenhonorars auf anderer Ebene wieder einkassiert werden? Einzige Folge wird sein: Noch mehr Apotheken werden schließen und die Wege der Patientinnen und Patienten zur nächsten Apotheke werden noch länger! Bereits jetzt haben wir in Deutschland im EU-Vergleich mit die geringste Apothekendichte.“