Saar: Fixum jetzt erhöhen – „ohne Wenn und Aber“ 02.03.2026 10:55 Uhr
Die Apothekerschaft will am 23. März mit Protesten für die versprochene Fixumserhöhung kämpfen. Bundesweit sollen Apotheken an diesem Tag geschlossen bleiben; die Versorgung wird durch die Notdienst-Apotheken aufrechterhalten. In den Städten Berlin, Hannover, München und Düsseldorf sind zudem zentrale Kundgebungen geplant. Auch der Kammerpräsident des Saarlandes, Manfred Saar, fordert, dass die Politik jetzt zu der im Koalitionsvertrag versprochenen Honorarerhöhung steht.
„Wir wehren uns dagegen, dass die Apotheken kaputtgespart werden“, betont Saar. Die Betriebskosten der Apotheken seien in den letzten 13 Jahren um 65 Prozent gestiegen – die Vergütung hingegen stagniere. Deswegen hätten seit 2013 fast 20 Prozent der Apotheken schließen müssen – ein Ende der Schließungswelle sei nicht absehbar. Der Koalitionsvertrag hat eigentlich eine Erhöhung der Vergütung von 8,35 auf 9,50 Euro pro Packung vorgesehen. „Die Politik muss jetzt zu ihrer Zusage stehen. Ohne Wenn und Aber. Sonst wird die brandgefährliche Schließungswelle der Apotheken ungebremst weitergehen“, so der Kammerpräsident.
Unter den Schließungen der Apotheken würden vor allem die Patientinnen und Patienten leiden, denn ohne eine Apotheke vor Ort werde die Versorgungslage für viele Menschen kritisch. „Das können wir uns nicht leisten, erst recht nicht mit Blick auf den demografischen Wandel und die erforderliche Krisenresilienz der Arzneimittelversorgung“, erklärt Saar.
Auch wenn Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) und mehrere Vertreter der Regierungsfraktionen am letzten Freitag im Rahmen der Ersten Lesung über das von der Bundesregierung geplante Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) angekündigt haben, die Erhöhung des Apothekenhonorars per Verordnung regeln zu wollen, fehle bislang eine konkrete Festlegung, wann und mit welchen Mitteln die Erhöhung umgesetzt werden soll. „Zumal: An Ankündigungen hat es in der Vergangenheit sicherlich nicht gefehlt! Deswegen halten wir an den Protestmaßnahmen fest“, erinnert Saar.
Neben den Protestmaßnahmen habe die Abda-Mitgliederversammlung auch eine Resolution verabschiedet, in der das höchste Beschlussgremium der Apothekerschaft die Bundesregierung und die Regierungsfraktionen auffordert, die Apotheken unverzüglich wirtschaftlich zu stärken. Darin warne die Apothekerschaft auch vor aktuellen systemgefährdenden Plänen der Bundesregierung bei der Arzneimittelversorgung. „Wir wehren uns gegen die Pläne, ‚Apotheken ohne Apothekerinnen und Apotheker‘ zu etablieren. Eine Apotheke ohne ständig anwesende Apothekerin oder Apotheker ist ein gefährlicher Irrweg. Verlierer wären Patientinnen und Patienten und die Arzneimitteltherapiesicherheit“, verspricht Saar.