Saar an Warken: „Handeln Sie jetzt!“ 24.03.2026 10:13 Uhr
„Apotheken gibt es nicht zum Nulltarif“ – darauf machten gestern rund 25.000 Menschen bei den bundesweiten Apothekenschließungen, Kundgebungen und Demonstrationen aufmerksam. Die Apothekenteams haben ein deutliches Signal an die Politik gesendet, zieht die Apothekerkammer des Saarlandes (AKS) ein Fazit am Tag danach.
„Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass die Apotheken seit Jahren unterfinanziert sind. Die Folge ist, dass sich das Apothekensterben immer weiter fortsetzt“, sagt AKS-Präsident Manfred Saar. „Für die Menschen in Stadt und Land verlängern sich mit jeder geschlossenen Apotheke die Wege zur nächsten Apotheke. Wir fordern deshalb die Bundesregierung auf, das Apothekenhonorar endlich zu erhöhen.“
Saar sendet einen Appell an Nina Warken (CDU). „Frau Bundesgesundheitsministerin, handeln Sie jetzt! Stehen Sie weiter zu Ihren deutlichen Worten und setzen Sie die Erhöhung des Fixums um! Und ermöglichen Sie den Apotheken endlich jährliche, faire Verhandlungen zu unserem Honorar, damit wir nicht wieder länger als ein Jahrzehnt von steigenden Kosten abgehängt werden. Der Honorarstillstand muss endlich ein Ende haben.“
Gestern wurde in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München für die Erhöhung des Apothekenhonorars und den Erhalt der flächendeckenden Arzneimittelversorgung sowie die inhabergeführte Apotheke demonstriert – auch in Fulda wurde eine Kundgebung organisert. Fast alle Apotheken im Saarland waren geschlossen. „Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen für ihr riesiges Engagement! In München hatten wir 3500 Teilnehmer, in Hannover 5000, in Berlin 6000 und in Düsseldorf sogar 10.000. Das zeigt, wie sehr die Apotheken durch den Honorarstillstand belastet sind.“
Das Apothekenhonorar wurde seit 2013 nicht mehr erhöht. Der Honorarstillstand und die explodierenden Kosten in allen Bereichen haben jedes Jahr Apothekenschließungen zur Folge. „Jeder sieht, dass das Apothekensystem an seine Grenze gekommen ist. Jedes Jahr schließen in Deutschland Hunderte von Apotheken“, so Saar. Europa habe inzwischen einwohnerbezogen eine der geringsten Apothekendichten. Dass die Krankenkassenvertreter angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage noch immer die Mär des „wohlhabenden Apothekers“ in die Landschaft tragen und jede Honorarerhöhung verteufeln sei ein Skandal. „Im Gegenteil: Die Frage muss erlaubt sein, ob wir uns noch fast 100 Krankenkassen leisten wollen mit fast 100 mal horrenden jährlich steigenden Vorstandsgehältern?“, so Saar.