Umfrage von Pharma Deutschland

Rheinland-Pfalz: Wenig Interesse an Apotheken-Prävention 18.03.2026 14:18 Uhr

Berlin - 

Am Sonntag wird in Rheinland-Pfalz ein neuer Landtag gewählt. Wie steht es um die Gesundheitsversorgung im Land? Eine aktuelle Umfrage von Pharma Deutschland zeigt: Rheinland-Pfalz liegt in vielen zentralen Bereichen der Gesundheitsvorsorge unter dem Bundesdurchschnitt – auch bei der Nutzung von Präventionsangeboten in der Apotheken.

Rund 70,6 Prozent der Befragten in Rheinland-Pfalz haben laut Pharma Deutschland demnach wenig Vertrauen in politische Maßnahmen zur Sicherstellung der Medikamentenversorgung. Das Bundesland gehört damit zu den Schlusslichtern im Vergleich der Bundesländer.

Unterschiede zeigten sich auch bei der Teilnahme an Präventionsangeboten in Apotheken, wie beispielsweise Blutdruckmessungen. Mit nur 2,1 Prozent belegen die Rheinland-Pfälzer hier den vorletzten Platz. Bundesweit liegt dieser Anteil mit durchschnittlich 3,3 Prozent etwas höher.

Niedrige Impfbereitschaft

Auch bei der Impfbereitschaft sieht es in Rheinland-Pfalz schlechter aus als im Rest der Republik: Während bundesweit 61 Prozent der Menschen angeben, sich impfen lassen zu wollen oder Impfungen grundsätzlich positiv gegenüberzustehen, liegt der Wert in Rheinland-Pfalz mit 55,3 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt.

Mit Blick auf die Gesundheitsvorsorge – etwa durch Check-ups oder Krebsfrüherkennungsuntersuchungen – liegt Rheinland-Pfalz immerhin an sechster Stelle. Demnach haben 55 Prozent der Befragten angegeben, entsprechende Vorsorgeangebote in den letzten zwei Jahren wahrgenommen zu haben. Auch dieser Wert liegt aber noch unter dem bundesweiten Durchschnitt von 58,5 Prozent.

Digitale Angebote

Bei der Nutzung digitaler Gesundheitsangebote zeigt sich ein leichter Rückstand. Bundesweit nutzten 59,5 Prozent der Befragten das E-Rezept, in Rheinland-Pfalz sind es 57,9 Prozent. Die elektronische Patientenakte (ePA) werde bundesweit von 21,1 Prozent genutzt, in Rheinland-Pfalz von 19,8 Prozent.

Hausärztliche Versorgung

Die größte Herausforderung ist laut der Umfrage die hausärztliche Versorgung. Mehr als die Hälfte der Befragten (51,3 Prozent) sieht hier den größten Handlungsbedarf. Darüber hinaus werden auch die Krankenhausversorgung (40,1 Prozent), die fachärztliche Versorgung (36,5 Prozent) sowie die psychische Gesundheitsversorgung (37,2 Prozent) häufig als zentrale Herausforderungen genannt. Auffällig sei zudem die Unzufriedenheit mit der Kinder- und Jugendmedizin. Hier weist Rheinland-Pfalz den zweithöchsten Wert bundesweit auf: 22,7 Prozent sehen in diesem Bereich Schwierigkeiten, während es bundesweit 16,6 Prozent sind.

„Niedrige Impfbereitschaft, schwache Vorsorgewerte und wachsende Sorgen um Hausarztpraxen: Die größten Baustellen im Gesundheitssystem in Rheinland-Pfalz sind klar benannt – für die kommende Landesregierung ergeben sich daraus wichtige Handlungsfelder“, erklärt Dr. Gabriela Soskuty, Vorsitzende des Landesverbands Mitte.