Protest-Bericht: ZDF passt Falschaussage an 26.03.2026 15:07 Uhr
Zum Protesttag am Montag berichteten viele Medien über die Anliegen der Apothekerschaft. Alle großen Publikumsmedien und eine Vielzahl regionaler Presseorgane blickte auf die Demonstrationen der Apotheker:innen und ihrer Teams. Unter anderem bei ARD und ZDF wurde dabei auch die Kassenseite um ein Statement gebeten. Eine anschließend falsch getroffene Aussage hat das ZDF nach Hinweis der Abda korrigiert.
Sowohl im „Mittagsmagazin“ als auch bei den Nachrichtensendungen „heute“ und „heute journal“ wurde ein Beitrag über den Protesttag ausgestrahlt. Hier wurde „in einem Beitrag zu den Protesten der Apotheker eine Grafik zu den Vergütungen der Apotheker durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gezeigt“, wie das ZDF nachträglich schreibt.
„Es hieß dort fälschlicherweise, die Vergütung der GKV für die Apotheken sei zwischen 2013 und 2024 um jährlich 1,5 Milliarden Euro angestiegen. Richtig ist, dass die GKV angibt, die Vergütung sei in diesem Zeitraum um insgesamt 1,5 Milliarden Euro angestiegen. Wir haben die Grafik korrigiert“, schreibt das ZDF auf seiner Seite zu Korrekturen und Richtigstellungen.
Abda-Präsident Thomas Preis habe die eigentlich getroffenen Aussagen des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), dass das Apothekenhonorar schon erheblich angestiegen sei, bereits zu Beginn des Protesttages zurückgewiesen. „Richtig ist, dass sowohl die Anzahl der abgegebenen Arzneimittelpackungen als auch deren Preis in den vergangenen Jahren angestiegen sind – das wirkt sich indirekt auch auf das Apothekenhonorar aus. Was die Krankenkassen aber völlig ignorieren, ist, dass auch diese Effekte nicht ausreichen, um die Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung durch die Apotheken zu stabilisieren.“
Allein die höheren Personalkosten hätten Mehrkosten in Höhe von rund zwei Milliarden Euro in den Apotheken erzeugt. „Klar ist also, dass die von den Krankenkassen angeführten Effekte schlichtweg nicht ausreichen, um die chronische Unterfinanzierung der Apotheken zu beenden“, so Preis weiter.
Auch beim APOTHEKE LIVE: Der Tag danach beschwerte er sich über die Milchmädchenrechnung der Kassen und meinte außerdem: „Gerade die Krankenkassen, die trotz erheblicher Finanzierungsprobleme munter ihre Vorstandsgehälter erhöhen, sollten den Ball wirklich flach halten.“
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