Preis: Zwangsrabatt ist nicht akzeptabel 15.04.2026 10:26 Uhr
Am Tag danach hat sich auch Abda-Präsident Thomas Preis zum angekündigten Spargesetz geäußert. Er warnt vor einer Aufweichung der angekündigten Stärkung der Apotheken.
Auf die Ankündigung von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die Apotheken in die GKV-Sparmaßnahmen einzubeziehen, reagiert Preis mit großem Unverständnis: „In ihrem Koalitionsvertrag haben sich die Regierungsparteien eine Apothekenstärkung verschrieben. Wenn jetzt aber den Apotheken zeitgleich zusätzliche Lasten durch eine Erhöhung des Krankenkassenrabatts aufgebürdet werden sollen, wird unser Honorar sofort wieder heruntergeschraubt. Das ist nicht akzeptabel!“
Jede geschlossene Apotheke verursache längere und kompliziertere Wege für die Menschen auf dem Land und in den Städten und führe zu einer schlechteren Versorgung. „Eine solche Apothekenschwächung spricht gegen den Koalitionsvertrag und ist nicht im Sinne von Patientinnen und Patienten.“
„Fixum ohne Wenn und Aber“
Preis erinnert an die Sparbeiträge, die die Apotheken in den vergangenen Jahren bereits erbracht haben: „Die Apotheken haben durch das seit über einem Jahrzehnt unverändert gebliebene Honorar den Krankenkassen schon 16 Milliarden Euro seit 2013 eingespart. Eine weitere Belastung der Apotheken lehnen wir daher ab und fordern die Regierung auf, die Zusage zur Erhöhung des Fixums ohne Wenn und Aber schnell umzusetzen.“
Positiv sei, dass Warken nochmals bekräftigt habe, dass sie den Koalitionsvertrag umsetzen und die Apotheken finanziell stärken wolle. „Um das Apothekensterben effektiv zu stoppen und die wohnortnahe und heilberufliche Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung zu erhalten, müssen jetzt die Apotheken nach über einem Jahrzehnt des Honorar-Stillstands endlich wirtschaftlich stabilisiert werden“, so Preis. „Wir unterstützen daher die Ministerin weiterhin bei diesem Vorhaben.“
Alle 20 Stunden schließe eine Apotheke. „Damit gehen Versorgungssicherheit, persönliche Beratung und niedrigschwellige Gesundheitsangebote unwiederbringlich verloren. Die Ministerin muss die angekündigte Verordnung zur Erhöhung unseres Fixhonorars deshalb jetzt schnell durchsetzen, um diese Entwicklung zu stoppen!“