Appell an Warken-Versprechen

Preis: Keine Verspätung beim Fixum! 30.03.2026 16:54 Uhr

Berlin - 

Heute hat die Finanzkommission Gesundheit ihre „Empfehlungen zur Stabilisierung des GKV-Beitragssatzes“ vorgestellt und sich für eine schrittweise Erhöhung des Apothekenhonorars über mehrere Jahre ausgesprochen. „Minimale, schrittweise Erhöhungen unseres Honorars helfen nicht", so Abda-Präsident Thomas Preis. 

 

 

„Es ist richtig und wichtig, dass die Bundesregierung in den kommenden Monaten Prozesse anstoßen will, mit denen die Finanzierung der Krankenkassen gesichert werden soll. Die Empfehlungen der Finanzkommission Gesundheit für diesen Reformprozess nehmen wir zur Kenntnis, warnen aber gleichzeitig vor negativen Auswirkungen auf die Versorgungsqualität“, so Preis. Dass die Apotheken noch länger auf die längst überfällige und versprochene Honorarerhöhung warten sollen, befeuere das Apothekensterben.

Genau das ist es, was die Finanzkommission vorschlägt: „Sofern die Bundesregierung plant, das Fixum umzusetzen, empfiehlt die Kommission eine schrittweise Anhebung über mehrere Jahre, bis die politisch vorgegebene Höhe des Fixums von 9,50 Euro erreicht wird.“ Und dann rechnen die Expertinnen und Experten das Thema schön: Da die Finanzwirkung der einmaligen Erhöhung des Apothekenfixums bereits in der Finanzprognose berücksichtigt sei, führe eine schrittweise Anhebung zu Einsparungen, so die Kommission. Für 2027 ergäben sich ein Fixum in Höhe von 8,65 Euro und Einsparungen von rund 600 Millionen Euro, die aufgrund der schrittweisen Fixumanhebung bis 2030 auf rund 70 Millionen Euro absinken.

Preis kontert

In den vergangenen 13 Jahren sei bereits ein Fünftel aller Apotheken vom Netz gegangen, kontert Preis. Grund sei das seit 2013 stagnierende Apothekenhonorar. „Richtigerweise hat sich die schwarz-rote Koalition deswegen im Koalitionsvertrag dazu bekannt, das Apothekenhonorar in dieser Legislaturperiode auf 9,50 Euro zu erhöhen“, so Preis. Aber: „Minimale, schrittweise Erhöhungen unseres Honorars helfen nicht.“ Im Gegenteil: Apotheken würden erneut von der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung abgekoppelt. Die Folge ist klar – das Apothekensterben setzt sich ungebremst fort und immer mehr Bürger:innen verlieren laut Preis die wohnortnahe Versorgung durch ihre Apotheke vor Ort.

Preis warnt zudem davor, den Topf der pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) aufzulösen. Die Menschen brauchten die pDL, die immer besser angenommen werden. „Nimmt man den Apotheken das für diese Leistungen ausgezahlte Honorar wieder weg, sendet man ein fatales Signal an die Apothekenteams: Immer weniger Apotheken werden die Dienstleistungen, die übrigens auch den Krankenkassen Behandlungskosten einsparen, dann noch erbringen.“

Preis setzt auf Warken

Der Abda-Präsident setzt weiterhin auf das Versprechen von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). „Die Ministerin hat bei der heutigen Vorstellung der Kommissionsempfehlungen selbst gesagt, dass sie das hohe Versorgungsniveau in Deutschland nicht gefährden werde. Sie hat auch mehrfach öffentlich und auch in der heutigen Pressekonferenz zu Protokoll gegeben, dass sie die Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung durch die Apotheken vor Ort stärken – und nicht schwächen – werde. Uns liegen keine Erkenntnisse vor, dass die Ministerin hiervon abweichen wird. Denn auch Nina Warken weiß: Eine funktionierende, starke, heilberufliche Vor-Ort-Versorgung gibt es nur mit wirtschaftlich stabilisierten Apotheken – die Honorarerhöhung muss also unverändert schnellstmöglich kommen!“