Deutscher Apothekertag

Preis: Kampfansage an den Versandhandel 15.09.2026 13:38 Uhr

Berlin - 

Gleich bei seinem Antrittsbesuch beim Deutschen Apothekertag (DAT) wurde Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) von Abda-Präsident Thomas Preis ins Gebet genommen: „Was wir aktuell im Versandhandel erleben, darf nicht zum neuen Normalzustand in unserem Land werden.“

Die Erhöhung der Zuzahlung drohe zu einem Konjunkturprogramm für ausländische Versender zu werden, so Preis mit Verweis auf die Zuzahlungserlasse. Dass Arzneimittel zum Konsumprodukt würden, sei gesundheitspolitisch nicht akzeptabel.

„Was wir aktuell im Versandhandel erleben, darf nicht zum neuen Normalzustand in unserem Land werden.“

Das gelte auch für die Temperaturkontrolle. „Unsere Forderungen sind selbstverständlich: Wer Arzneimittel an deutsche Patienten liefert, muss sich an die Regeln halten.“

Die Forderung sei nicht nur legitim, sondern für die Apotheken von existenzieller Bedeutung. Der Versandhandel habe seit Einführung des E-Rezepts erhebliche Marktanteile gewonnen, hinzu kämen problematische Werbung und Rabatte.

„So kann und darf es nicht weitergehen – das muss sofort gestoppt werden. Jetzt muss die Politik handeln.“

Drei Tage lang werde man daher über das Thema sprechen. Die Anträge seien klar und reichten vom Zuzahlungseinzug durch die Kassen bis hin zum Rx-Versandverbot.

„Apotheken wollen nicht weiter als billige Inkassostelle der Krankenkasse herhalten. Wir wollen vielmehr unsere Arbeitskraft für das einsetzen, für das wir studiert haben. Wir sind Gesundheitsversorger und keine Inkassobüros der Krankenkassen.“

Für kleine mittelständische Unternehmen sei das Risiko nicht zumutbar, auch was den Herstellerrabatt angeht.

„Stärken Sie das Apothekenetz auch aus Gründen der Resilienz! Kämpfen Sie gegen Lieferengpässe! Sorgen Sie dafür, dass die Versorgung wohnortnah und flächendeckend erhalten bleibt!“