Pharma und Apotheke: Preis will Allianz schmieden 11.06.2026 11:40 Uhr
Abda-Präsident Thomas Preis appellierte auf der Hauptversammlung des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) dafür, gemeinsam für verlässliche Rahmenbedingungen einzutreten, damit Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft sicher mit Arzneimitteln versorgt werden können.
Dass es einem Verband gelinge, über 75 Jahre hinweg eine starke Spitzenorganisation zu sein, sei alles andere als selbstverständlich, lobte Preis. Es zeuge von Verlässlichkeit, von Zusammenhalt, von fachlicher Kompetenz und von der Fähigkeit, sich immer wieder auf neue Rahmenbedingungen einzustellen. „Vor allem zeugt es aber vom Engagement“, so Preis.
Der BPI habe politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen begleitet, mitgeprägt und angestoßen. Auch die Abda konnte im vergangenen Jahr ihr 75-jähriges Jubiläum feiern. „Insofern gibt es zwischen unseren Organisationen nicht nur zahlreiche fachliche Schnittmengen, sondern auch biografische Parallelen“, so Preis.
Ein besonders praktischer und sichtbarer Berührungspunkt sei unter anderem die „Rote Liste“. Sie stehe beispielhaft für das, was die beiden Bereiche BPI und Apotheke verbinde: „Verlässliche Information, pharmazeutische Qualität und die gemeinsame Verantwortung für eine sichere Arzneimittelversorgung.“
Kompetenzen besser nutzen
Auch die Initiative des BPI zu dem Satz „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ sei ein wichtiger Beitrag zur Arzneimittelsicherheit gewesen. „Und zugleich ein starkes öffentliches Signal dafür, dass Apothekerinnen und Apotheker ein unverzichtbarer Teil der Beratung und Versorgung der Menschen in unserem Land sind“, erklärte Preis. Dieser Satz habe auch das Selbstverständnis des Berufsstandes mitgeprägt. Die Rolle weg vom Logistiker hin zum beratenden Beruf werde in Zukunft noch wichtiger werden – zum einen wegen der Kompetenzerweiterungen im Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) und zum anderen im Zusammenhang mit dem geplanten Primärversorgungssystem.
Es gehe darum, die Kompetenzen der Apotheker besser zu nutzen und die Versorgung der Menschen vor Ort zu stärken. „Gerade hier gibt es viele gemeinsame Interessen unserer Verbände: eine sichere Versorgung, eine belastbare Arzneimittelinfrastruktur und ein Gesundheitswesen, das Patientinnen und Patienten wirklich erreicht.“
Das wichtigste Medium des Apothekers bleibe dabei aber immer das Arzneimittel. „Wir geben jedes Jahr rund 900 Millionen Packungen hauptsächlich verschreibungspflichtiger Arzneimittel und zusätzlich eine ähnlich große Zahl an OTC-Arzneimitteln, Medizinprodukten und weiteren Gesundheitsprodukten ab“, erklärte er. Damit erfüllten die Apotheken Tag für Tag eine zentrale Aufgabe in der Gesundheits- und Arzneimittelversorgung von Bürgerinnen und Bürgern. „Wir Apothekerinnen und Apotheker in unseren Apotheken können diese Aufgabe nur erfüllen, wenn wir uns auf qualitativ hochwertige Arzneimittel aus der Produktion zuverlässiger Hersteller verlassen können. Dass dies in Deutschland über Jahrzehnte gelungen ist, ist auch Ihr Verdienst“, betonte er.
Gerade in Zeiten von Lieferengpässen, geopolitischen Spannungen, steigenden Kosten und zunehmendem wirtschaftlichen Druck müsse man sich aufeinander verlassen können. „Ich bin überzeugt: Wenn wir gemeinsam für verlässliche Rahmenbedingungen eintreten, dann wird uns das auch in Zukunft gelingen.“