Pflege-Kürzungen nicht ausgeschlossen

Höhere Zuzahlungen: „Ich werde den Teufel tun“ 29.10.2026 07:53 Uhr

Berlin - 

Die Zuzahlungen für gesetzlich Krankenversicherte will Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) 2027 nicht erhöhen. „Ich werde den Teufel tun, im nächsten Jahr nochmals an das Thema Zuzahlung zu gehen, nachdem wir sie in diesem Jahr bereits erhöht haben“, sagte er dem „Handelsblatt“. Weitere Steigerungen könnten nicht das Mittel sein, um die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu begrenzen.

Anders sehe es hingegen bei möglichen Kürzungen von Leistungen der Pflegeversicherung (SPV) aus. „Wir müssen rund zehn Prozent einsparen“, sagte Linnemann. „Natürlich kann ich nicht garantieren, dass es an der ein oder anderen Stelle keine Leistungskürzungen geben wird.“

Die Pflegeversicherung habe ein strukturelles Finanzierungsproblem. Die Zahl der Pflegebedürftigen sei innerhalb von 20 Jahren von zwei auf mehr als sechs Millionen gestiegen. Ohne Reform wäre für 2027 ein Defizit von rund acht Milliarden Euro aufgelaufen. Der Minister kündigte an, Pflegeleistungen künftig mehr steuern zu wollen: „Wir müssen zielgenauer denen helfen, die es wirklich brauchen“, so Linnemann.

Ob im kommenden Jahr weitere Sparmaßnahmen erforderlich werden, ließ Linnemann offen. Er wolle zunächst die Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit abwarten. Sein Ziel seien stabile Krankenkassenbeiträge auch über 2027 hinaus. Mittelfristig müssten die Beiträge sogar wieder sinken.