DAV-Wirtschaftsforum

OTC-Markt: Versender gewinnen weiter an Boden 05.05.2026 14:32 Uhr

Berlin - 

Auf dem DAV-Wirtschaftsforum hat Dr. Eckart Bauer heute den aktuellen Apothekenwirtschaftsbericht vorgestellt. Neben Zahlen zum Gesamtumsatz zeigte der Bereichsleiter Wirtschaft und Soziales der Abda auch die Umsatzstruktur auf. Hochpreisige Arzneien machen einen immer größeren Anteil des Umsatzes aus.

Insgesamt wurden 1365 Millionen Packungen in öffentlichen Apotheken im vergangenen Jahr abgegeben – fast 25 Millionen weniger als im Vorjahr. Der Anteil an Rx-Arzneien machte dabei rund 59 Prozent aus, der OTC Bereich knapp 41 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil an verschreibungspflichtigen Arzneimitteln leicht an. Rx-Arzneien machten allerdings mehr als 85 Prozent des Umsatzes aus. Nur 7,2 Prozent entfielen auf rezeptfreie Arzneien, weitere 7,5 Prozent auf das apothekenübliche Randsortiment.

Den meisten Umsatz bringen hochpreisige Arzneimittel. Zwar waren 2025 knapp 89 Prozent der abgegebenen Packungen in der Preisklasse von weniger als 100 Euro, am Umsatz machte diese Preisklasse aber nur einen Anteil von 24,8 Prozent aus. Bis 2013 hatte der Anteil noch bei mehr als 40 Prozent gelegen. Medikamente im Kostensegment von mehr als 5000 Euro haben im selben Zeitraum dagegen an Bedeutung gewonnen. Waren sie 2011 noch für 6,1 Prozent des Umsatzes verantwortlich, machten sie im vergangenen Jahr einen Anteil von 6,2 Prozent aus. Auch die Arzneien bis 5000 Euro sind stark angestiegen – von 11,5 Prozent 2011 auf 25,6 Prozent im vergangenen Jahr.

OTC-Markt

Im OTC-Bereich sind sowohl Absatz als auch Umsatz in den Apotheken vor Ort gesunken. So ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro gesunken; der Absatz um 3,3 Prozent auf mehr als eine Milliarde Packungen.

Anders sieht es dagegen im Versandhandel aus: Der Umsatz ist im vergangenem Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Prozent auf 3788 Millionen Euro gestiegen, der Absatz um 4,4 Prozent auf 283 Millionen Packungen. Im Bereich der apothekenpflichtigen und freiverkäuflichen Arzneimittel macht der Versandhandel mittlerweile 23,9 Prozent des gesamten Absatzes und 23,6 Prozent des Umsatzes aus.

Der Anteil der GKV-Arzneimittelausgaben, die auf den ausländischen Versandhandel entfallen, sei im vergangenen Jahr um 53,4 Prozent gestiegen und machte 2 Prozent der Ausgaben aus.