ABDA-Haushalt

Nullrunde: Aus eins mach zwei Lothar Klein, 13.05.2019 12:41 Uhr

  • Keine Nullrunde: Die ABDA fordert von Kammern und Verbänden wieder mehr Geld. Foto: Andreas Domma

Berlin - Eigentlich sollte die ABDA für das Jahr 2020 mit der jahrelangen Tradition steigender Mitgliedsbeiträge brechen. Kammern und Verbände hatten die Berliner Zentrale bei der Mitgliederversammlung im Sommer 2018 zu einer Nullrunde verdonnert. Doch daraus wird nichts: Der Haushaltsentwurf für 2020 plant mit einer Ausgabensteigerung von 4,1 Prozent oder 810.000 Euro. Dafür ködert die ABDA ihre Mitgliedsorganisationen in der mittelfristigen Finanzplanung jetzt mit zwei Nullrunden in den Jahren 2021 und 2022.

Grund für das Reißen der Nullrunde 2020 sind die Personalausgaben. Über 400.000 Euro gibt die ABDA mehr für Löhne und Gehälter aus. Das sind nicht nur die Folgen der 2018 beschlossenen Personalaufstockungen: Genehmigt wurden für 2019 eine neue Stelle „Assistenz Recht“, eine PTA als Sachbearbeiterin AMK und ein Apotheker als Referent AMK. Den Budgetrahmen für Personal gesprengt haben zwei auf zwei Jahre befristete Einstellungen ab Juli 2019 von IT-Architekten für das „Vorhaben E-Rezept“.

Finanzieren will die ABDA die zusätzlichen Ausgaben mit um 1,8 Prozent steigenden Mitgliedsbeiträgen und dem Griff in die Reserven: Aus dem Vermögen werden 500.000 Euro abgezweigt, gut 300.000 Euro mehr als im vergangenen Jahr sollen Kammern und Verbände nach Berlin überweisen. Besonders hart trifft es Niedersachsen, das mit 1,77 Millionen Euro 8,24 Prozent mehr zahlen soll. Insgesamt sollen die Mitgliedsorganisationen 17,7 Millionen Euro Beiträge abliefern. Gut zwei Millionen Euro steuert die ABDA-Vermögensverwaltung bei. Alles in allem bleibt der Haushaltsansatz so mit 19,9 Millionen Euro knapp unter der 20 Millionen Euro Marke.

Sparen will die ABDA bei ihren Veranstaltungen und der Außendarstellung: Abgespeckt werden soll der Deutsche Apothekertag (DAT), das ABDA-Sommerfest, ein BAK-Symposium und kleine Events. Was das genau bedeutet, lässt die ABDA im Haushaltsentwurf offen. Auch ein „aufwändiger Messestand der ABDA auf der Expopharm ist nicht mehr vorgesehen“, heißt es im Entwurf. Geplant werde eine „kostengünstige Präsenz des Verbandes unmittelbar am Saal der Hauptversammlung“. Beim letzten DAT in München lagen der Saal der Hauptversammlung und der Messestand weit entfernt voneinander, was bei den Delegierten auf Kritik stieß.

Entlastung für das laufende ABDA-Budget bringt 2019 der Umzug der Zentrale vom Lindencorso ins neue Apothekerhaus an der Heidestraße unweit des Berliner Hauptbahnhofs. Die Mietverträge wurden zum 30. Juni gekündigt. 385.000 Euro Miete wurde dafür 2018 gezahlt. Der Neubau kostet die ABDA gut 30 Millionen Euro. Der Umzug soll zwischen dem 13. und 16. Juni erfolgen.

Um 2 Prozent steigt der Etat der Stabsstelle Kommunikation von Dr. Reiner Kern im Rahmen der von der ABDA erwarteten Inflationsrate. „Bei statischen Budget muss die Arbeit der öffentlichen Apotheken noch stärker als in den Vorjahren unterstützt werden, da diese nun aller Voraussicht dauerhaft im Wettbewerb mit dem Online-Arzneimittelhandel bestehen müssen“, reagiert die ABDA auf die aktuelle Entwicklung beim Thema Rx-Versandhandelsverbot.

Noch ist der ABDA-Haushalt nur ein Entwurf. Am 22. Mai befasst sich der ABDA-Gesamtvorstand damit. Beschlossen werden soll der Haushalt 2020 wie immer auf der ABDA-Sommer-Mitgliederversammlung, dieses Jahr am 25. Juni.