„Warkens Antreiber“

Mobil, agil, stabil: Stern feiert TK-Chef 14.04.2026 15:34 Uhr

Berlin - 

Für den „Stern“ gibt es offenbar einen Mann, der Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) gerade besonders viel Druck macht: Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse (TK). In einem Beitrag wird er als „Mann auf Zack“ beschrieben, als Kassenchef, „den viele Politiker fürchten“.

„Meist tritt der Manager in der Öffentlichkeit stilecht in Turnschuhen, mit Smartwatch und schmaler Brille auf. Mobil, agil, stabil“, heißt es in dem Artikel über den „studierten Chirurgen“. Er sei der „erfolgreichste Krankenkassenchef dieses Landes“: Unter seiner Leitung sei die TK um 54 Prozent zur größten deutschen Kasse angewachsen, mit 12,3 Millionen Mitgliedern – bei einem vergleichsweise geringen Verwaltungskostenschnitt von „nur“ 110 Euro pro Mitglied statt der durchschnittlichen 170 Euro.

Baas sei anders als andere Kassenchefs, stehe viel im Mittelpunkt und bringe sich oft in gesundheitspolitische Diskussionen ein. Er dränge vehement auf Reformen, „Baas fordert, Baas mahnt, appelliert, widerspricht“, heißt es im „Stern“. Und nun unter Gesundheitsministerin Warken sei die Chance diesmal groß, „dass sich im Gesundheitssystem wirklich etwas bewegt“.

„Die Kommission hat geliefert“, lobt Baas gegenüber dem Magazin. Es gebe „viele sinnvolle Vorschläge“ zur Senkung der Kassenausgaben. „Doch geht im politischen Berlin die Sorge um, ob die CDU-Politikerin die nötige Kraft aufbringt. Auch Baas macht Druck: Die Ministerin müsse jetzt zeigen, dass sie ‚sich gegen diese Widerstände durchsetzen und wirksame Reformen erreichen kann‘“, heißt es weiter.

„Warkens Antreiber“

Baas sei „Warkens Antreiber“, der sich einbringen werde, wenn die Ministerin drohe „vor den Lobbys einzuknicken“. „Ich verstehe mich als Interessenvertreter der Versicherten“, so Baas, „und als Gegengewicht“ – zu Pharmalobby, Ärzteschaft und gegenüber den „Beharrungskräften im System“. Als Kassenchef habe er Interesse, dass Kosten sinken, damit Beiträge nicht steigen. Durch sein Auftreten könne die TK zudem neue Mitglieder gewinnen.

„Vor fünf Jahren entschied er, sich mehr einzumischen. Seitdem ist er in mancher Hinsicht der Albtraum vieler Politiker. Er kennt das System im Zweifel besser als sie. Und er hat kein Problem, über falsche Anreize und verwegene Strategien zu sprechen, so weit es alte Verschwiegenheitsklauseln zulassen“, schreibt der Stern und blickt auch in Baas’ Vergangenheit.

Als er in der 7. Klasse fast sitzengeblieben wäre, habe er entschieden, seine Einstellung zu ändern, und sei ein guter Schüler geworden. Als Berater habe er unter anderem Pharmafirmen bei der Gewinnmaximierung geholfen. Zum Abreagieren spiele er im Büro schon mal auf seiner schwarzen E-Gitarre Songs von U2. Und auch ein Pauschenpferd stehe in seinem Büro. Schließlich habe er mal geturnt.