Plakataktion

ABDA-Plakate gegen den Versandhandel Silvia Meixner, 19.04.2017 15:07 Uhr

Berlin -

Die ABDA kämpft weiter – in dieser Woche startet eine neue Plakat-Kampagne, die mit zwei Motiven das Land aufrütteln soll. Beide spielen mit der Angst um die Sicherheit, wenn jedermann Medikamente liefern kann.

„Jens ist ein richtig guter Postbote. Aber kein Apotheker.“ Dieser Claim ist auf dem Foto eines Zustellers zu lesen. Und: „Verschreibungspflichtige Medikamente gehören in kompetente Hände. Nicht in die Post.“ Das zweite Sujet zeigt ein kleines Mädchen mit blonden Zöpfen, das gerade die Tür öffnet: „Postboten geben Pakete auch mal beim Nachbarn ab. Wir nicht.“

Die bundesweite Verteilung erfolgt via Beilage in der hauseigenen Pharmazeutischen Zeitung (PZ). Das Ziel der Aktion ist allgemein gehalten. ABDA-Sprecher Dr. Reiner Kern: „Die Motive sollen darlegen, dass Arzneimittel als Güter besonderer Art in die Hände von Experten gehören. Und Experten für Arzneimittel sind und bleiben die Pharmazeuten, die vor allem in der Apotheke vor Ort bereitstehen, ihre Patienten zu betreuen.“

ABDA-Präsident Friedemann Schmidt wendet sich an alle Apothekenleiter: „Die Politik muss weiterhin an einer Lösung arbeiten, mit der die Arzneimittelversorgung in Deutschland nach dem EuGH-Urteil dauerhaft gesichert werden kann. Auf jeden Fall werden wir in Ihrem Sinne weiter intensiv daran arbeiten, dass dieses Thema auch bei der neuen Bundesregierung auf der Agenda steht.“



Schmidt schreibt: „Die Patienten in Deutschland müssen sich weiter darauf verlassen können, dass ihre Versorgung nicht machtpolitischen Konflikten oder Kapitalinteressen weniger grenzüberschreitender Großanbieter unterliegt.“

Die zwei Plakatmotive, die die Agentur Cyrano aus Münster umgesetzt hat, sollen diese Botschaft transportieren: „Wir sind die Experten für Arzneimittel. Und Arzneimittel – als besonders erklärungsbedürftige Güter – gehören in unsere Hände, bevor sie den Patienten erreichen“, so Schmidt. Er appelliert an die Kollegen: „Hängen Sie die Plakate in Ihrer Apotheke auf, werben Sie für die inhabergeführte Apotheke vor Ort! Wir planen, im Mai zwei weitere Motive zur Verfügung zu stellen. Damit die Politik sieht: Wir lassen nicht nach!“

Zwischen Dezember und März hatten die Apotheken rund 1,2 Millionen Unterschriften zum Schutz der Apotheken vor Ort unterschrieben. Nach ABDA-Angaben haben sich bundesweit 6152 Apotheken an der Aktion „Gesundheitssystem in Gefahr“ beteiligt, das sind 31 Prozent aller Apotheken. Parallel hatten Noweda und Sanacorp Kampagnen aufgelegt; um den Jahreswechsel lief der Spot „Danke Apotheke“ des Wort & Bild Verlags im Fernsehen. Die Versandapotheken DocMorris, Shop-Apotheke und Sanicare hatten mit eigenen Aktionen bei ihren Kunden zum Protest gegen das geplante Rx-Versandverbot aufgerufen.