Kanzler vergisst Apotheken

Merz will Gesundheitswirtschaft stärken 26.06.2026 18:49 Uhr

Barleben - 

Spargesetz? War da was? Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will die industrielle Gesundheitswirtschaft in Deutschland stärken. Der Gesundheitssektor sei der „am schnellsten wachsende Sektor unserer Volkswirtschaft“, sagte Merz bei einem Besuch des Generikakonzerns Hexal/Sandoz in Barleben in Sachsen-Anhalt. In diesem Bereich würden in den nächsten Jahren die meisten neuen Arbeitsplätze geschaffen, so Merz.

In den vergangenen Jahren habe man die Abhängigkeit von Lieferketten im Bereich der Gesundheitsversorgung bereits gesehen. „Deshalb ist eine starke industrielle Basis für eine verlässliche Versorgung der Patienten mit kritischen Arzneimitteln für uns eine strategische Frage.“

Man habe sich über die Herausforderungen bei der Herstellung von Generika und Biosimilars informiert. „Wir haben Gelegenheit gehabt, uns über den Pharmastandort Deutschland auszutauschen, und ich möchte ganz klar sagen: Generika sind die wichtige Basis für bezahlbare und sichere Grundversorgung mit Arzneimitteln in Deutschland und in Europa.“

„Wir haben uns als Bundesregierung zum Ziel gesetzt, die industrielle Gesundheitswirtschaft zu stärken“, so Merz.

Kanzler vergisst Apotheken

„Der Gesundheitssektor insgesamt – also von der Herstellung von pharmazeutischen Produkten über die Gesundheitsversorgung in Arztpraxen und Krankenhäusern bis hin zur Versorgung älterer Menschen in Pflegeeinrichtung – ist der am schnellsten wachsende Sektor unserer Volkswirtschaft.“

Es sei der Sektor, der in den nächsten Jahren die meisten Arbeitsplätze neu schaffen und bestehende erhalten werde. „Es ist deswegen für uns eine wichtige Frage, wie wir diesen Sektor auch unter Marktbedingungen weiter so entwickeln können, dass vor allem im pharmazeutischen Bereich mittelfristig wieder mehr wichtige Arzneimittel auch in Deutschland und in Europa produziert werden.“

„Wir setzen uns – und auch ich ganz persönlich – in der Europäischen Union dafür ein, dass wir ein starker Standort sind.“ National führe man den Pharma- und Medizintechnikdialog in dieser Legislatur weiter, sagte Merz und dankte Gesundheitsministerin Nina Warken, dass sie diesen strategischen Dialog mit der Industrie führe. „Denn ein strukturierter Austausch mit den relevanten Akteuren aus Industrie, Verbänden, Wissenschaft, Selbstverwaltung, Gewerkschaften und nicht zuletzt mit den Vertretern der Patienten, ist für uns wichtig, um gemeinsam Lösungen für die aktuellen Herausforderungen zu finden.“

Darüber hinaus habe die Bundesregierung bereits zahlreiche Maßnahmen beschlossen, mit denen Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden sollten. „Wir wissen, dass wir mehr tun müssen. Wir sind mitten im Prozess und werden das in den nächsten Wochen weiter voranbringen.

Mit knapp 1400 Mitarbeitern zählt der Standort Barleben nach Angaben von Sandoz zu den modernsten Medizinproduktionszentren Europas. Dort werden pro Jahr mehr als elf Milliarden Tabletten hergestellt.

Sachsen-Anhalt soll nach dem Willen von Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) zu einem der Top-Pharmastandorte in ganz Europa werden. Schulze verwies auf verschiedene Investitionen, die es aktuell schon im Land gebe. Es gehe hier um die Zukunftsfähigkeit des Bundeslandes, sagte Schulze.