Meck-Pomm: Unzufrieden mit der Apothekenversorgung 15.09.2026 16:09 Uhr
Die Gesundheitsversorgung auf dem Land bereitet den Menschen in Mecklenburg-Vorpommern Sorgen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage, die Pharma Deutschland im Vorfeld der Landtagswahl am 20. September in Auftrag gegeben hat. Bundesweit sind die Menschen im Nordosten am unzufriedensten mit der Apothekenversorgung.
Besonders im ländlichen Raum steht die Gesundheitsinfrastruktur laut Pharma Deutschland vor erheblichen Herausforderungen: Alternde Praxisinhaber, unbesetzte Arztsitze, Engpässe bei Fachärzten sowie ein deutlicher Apothekenrückgang erschwerten die wohnortnahe Versorgung. Immerhin: Mit dem im September 2025 beschlossenen Gesundheitsversorgungsunterstützungsgesetz (GVUG) werde die Landesregierung neben der hausärztlichen Versorgung weitere zentrale Bereiche des Gesundheitswesens gezielt stärken.
„Die Erreichbarkeit von Gesundheitsangeboten darf keine Frage des Wohnorts sein“, betonte Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland. Gerade Apotheken leisteten einen wichtigen Beitrag, indem sie Menschen schnell und niedrigschwellig mit Arzneimitteln und professioneller Beratung versorgten, und müssten daher für alle Menschen schnell erreichbar sein.
Die Umfrage zeigt deutliche regionale Unterschiede: In Städten wie Rostock und Schwerin ist die Zufriedenheit mit der Apothekenversorgung demnach über dem Landesdurchschnitt – in ländlich geprägten Regionen fällt sie deutlich niedriger aus. Im ganzen Land zeigten sich 79,8 Prozent der Befragten zufrieden mit der Apothekenversorgung – allerdings ist das im Bundesvergleich die geringste Zufriedenheit mit der regionalen Versorgung.
Auch bei der Einschätzung der persönlichen Medikamentenversorgung sowie der haus- und fachärztlichen Versorgung zeigten sich Unterschiede zwischen Stadt und Land. In den Städten äußerten die Befragten demnach deutlich seltener Sorgen.
„Die Umfrageergebnisse machen deutlich, dass vor allem die ärztliche Versorgung und die Apothekenversorgung vielerorts als Herausforderung wahrgenommen werden“, so Brakmann. „Die von der Landesregierung angestoßenen Maßnahmen sind wichtige Schritte, viele von ihnen werden erst mittelfristig Wirkung entfalten.“
Die Zahl der öffentlichen Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern lag laut Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern 2013 noch bei 409, Anfang 2026 waren es nur noch 349.