Kundgebungen und Apothekenschließungen

Lucas: „Proteste sind ein Weckruf an die Bundesregierung“ 26.02.2026 15:04 Uhr

Berlin - 

Mit bundesweiten Kundgebungen und konsequenten Apothekenschließungen am 23. März sollen die Apothekenteams ein Zeichen für ihre wirtschaftliche Existenz und den Erhalt der flächendeckenden Versorgung setzten – das hat die Abda-Mitgliederversammlung nun offiziell beschlossen. Auch die Apothekerkammer Berlin unterstützt diese Pläne und warnt, dass die aktuelle Reformfassung nicht ausreiche, um die tiefgreifenden Probleme der Branche zu lösen. 

Die wirtschaftliche Lage vieler Vor-Ort-Apotheken spitze sich dramatisch zu: Während Personal-, Energie- und Betriebskosten weiter steigen, verharre die Vergütung seit 2013 auf dem gleichen Niveau. Ohne die dringend erforderliche Anpassung des Fixums drohten laut Kammer weitere Schließungen – auch in der Hauptstadt –, was die Versorgungssicherheit der Patientinnen und Patienten massiv gefährde.

„Die Proteste sind ein Weckruf an die Bundesregierung, endlich zu handeln“, betont Kammerpräsidentin Dr. Ina Lucas. Vor-Ort-Apotheken sicherten eine wohnortnahe und verlässliche Gesundheitsversorgung. „Eine zukunftsfähige Apothekenstruktur ist kein Selbstzweck! Sie ist die Voraussetzung für eine sichere pharmazeutische Gesundheitsversorgung und Prävention – gerade in Zeiten wachsender Versorgungsanforderungen“, so Lucas weiter.

Die Kammer werde sich daher der von der Abda am 25. Februar in der außerordentlichen Mitgliederversammlung verabschiedeten Resolution anschließen, in der die Bundesregierung aufgefordert wird, die wirtschaftliche Lage der Apotheken unverzüglich zu verbessern und die Reformpläne zum Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz kritisch zu überarbeiten.

Man stehe für einen konstruktiven Dialog bereit und appelliere an die Bundesregierung, die gemeinsamen Anregungen der Bundesvereinigung, der Landesapothekerkammern und der Landesapothekerverbände in den weiteren Gesetzgebungsprozess einzubeziehen.