„War gerne Generalsekretär“

Linnemann bleibt bei 20-Kassen-Idee 23.08.2026 08:22 Uhr aktualisiert am 23.08.2026 14:21 Uhr

Berlin - 

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) will das Gesundheitssystem effizienter machen. Das sagte er der Bild am Sonntag. Kritisch sieht er die bisher geplanten Einsparungen bei Rentenansprüchen für pflegende Angehörige. „Ich möchte bei pflegenden Angehörigen, bei der Rente, nicht sparen“, sagte er der Bild am Sonntag. 

Bei einer Umsetzung der Kürzung für pflegende Angehörige verlöre die Gesellschaft an Wärme. „Sie wird kälter, weil das Menschen sind, die unsere Gesellschaft zusammenhalten“, sagte Linnemann. „Und deswegen werde ich versuchen, diesen Punkt zu korrigieren, dass es keine Abstriche gibt, sondern dass die Rentenpunkte erhalten bleiben.“

Kürzungen bei Rente

Linnemanns Vorgängerin im Ministeramt, Nina Warken (CDU), hatte angesichts eines erwarteten Milliarden-Defizits der Pflegeversicherung einen ersten Entwurf mit Ausgabenbremsen und zusätzlichen Einnahmen vorgelegt, der allgemeine Beitragserhöhungen vermeiden soll. Im Blick stehen auch Kürzungen bei Rentenbeiträgen, die die Pflegekassen unter bestimmten Voraussetzungen für Menschen zahlen, die Angehörige pflegen – aktuell bis zu 740 Euro im Monat. Geplant ist, dass für künftige Rentenansprüche noch 70 Prozent der entsprechenden Beträge gezahlt werden sollen.

CSU-Politiker äußerten sich bereits kritisch. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte im Juli, die Entscheidung darüber sei noch nicht endgültig getroffen. Er sehe diesen Punkt. „Ich sehe den auch kritisch.“ Der Entwurf sei in der regierungsinternen Abstimmung, über Details sei noch zu sprechen.

Kritik an den Plänen

Linnemann sagte, er höre aus der SPD, aus der CSU, aber auch aus seiner eigenen Partei die Kritik an den Plänen. Wenn sie nicht umgesetzt würden, müsse in der Koalition über eine Gegenfinanzierung gesprochen werden. „Das wird nicht einfach. Aber wir werden Wege finden, um es gegenzufinanzieren.“

Ziel maximal 20 Krankenkassen

Linnemann bekräftigte außerdem, dass er bei der Aussage, die Zahl der Kassen auf maximal 20 zu reduzieren, bleibe. „Davon nehme ich nichts zurück. Und jetzt bin ich Bundesgesundheitsminister und jetzt habe ich Ende des Jahres eine Kommission, die einen Endbericht vorlegt.“

Außerdem kritisierte er, dass es zu viel Bürokratie etwa für Ärztinnen und Ärzte gebe. Sie säßen drei Stunden am Tag am Schreibtisch und machten Bürokratie. „Sie machen also nicht das, für das sie ausgebildet sind und woran sie Spaß haben, nämlich Menschen zu helfen. In der Pflege ist es genauso.“ Von Apotheken ist in dem Interview nichts zu lesen.

„War gerne Generalsekretär“

Der Politiker sagte, dass er gerne Generalsekretär gewesen sei. „Ich würde sagen, das waren die besten drei beruflichen Jahre meines Lebens. Das hat Spaß gemacht. Das war genau mein Ding.“ Er hätte gerne weitergemacht, sei aber jetzt Gesundheitsminister. „Der Kanzler war da sehr, sehr klar. Und natürlich brauchst du da ein paar Tage, um umzuschalten. Man ist ja auch nur Mensch. Aber mittlerweile bin ich angekommen.“