Linnemann für schnellere Anerkennung 04.09.2026 12:59 Uhr
Um dem gravierenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, will Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) die Aufnahme ausländischer Mediziner und Apotheker beschleunigen, wie das Magazin „Der Spiegel“ berichtet. Eine entsprechende Verordnung soll demnach im November in Kraft treten.
Wolle man Fachkräfte für das Gesundheitssystem gewinnen, dürfe man diese nicht durch Bürokratie ausbremsen. „Daher vereinfachen wir die Anerkennung ausländischer Abschlüsse für Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Hebammen und schaffen bundeseinheitliche Vorgaben“, erklärte Linnemann gegenüber dem „Spiegel“.
Unter anderem sollen Behörden künftig auch Dokumente in englischer Sprache akzeptieren müssen. Außerdem sollen die Verfahren digital laufen. Im Endeffekt würden nicht nur die Fachkräfte, sondern auch das deutsche Gesundheitssystem und die Patient:innen profitieren.
Im Ausnahmefall sollen zudem Personen, die ihre Medizin- oder Pharmazie-Ausbildung im Ausland begonnen haben, diese in Deutschland fortsetzen und abschließen können.
Fachkräfte in der Pflege
„Was für Ärztinnen und Ärzte gilt, muss auch für die Pflege gelten: Wer ausländische Fachkräfte für unser Gesundheitswesen gewinnen und dauerhaft halten will, darf ihre Integration nicht an unnötiger Bürokratie scheitern lassen“, betont der Bundesgeschäftsführer des Verbands der Deutschen Alten- und Behindertenhilfe (VDAB), Thomas Knieling. Allein rund 350.000 ausländische Pflegekräfte seien inzwischen in Deutschland tätig und bildeten eine unverzichtbare Säule der pflegerischen Versorgung.
Es brauche schnellere und verlässliche Verfahren, damit qualifizierte internationale Pflegefachkräfte ihre Kompetenzen zeitnah einbringen können. Dabei müssen Qualität und Patientensicherheit natürlich gewährleistet bleiben. „Entscheidend ist deshalb, dass die Bundesregierung die angekündigte Beschleunigung nicht auf die Heilberufe im engeren Sinne begrenzt, sondern die Pflege ausdrücklich mitdenkt. Denn der Fachkräftemangel macht vor keiner Säule des Gesundheitswesens Halt“, betont Knieling.