Philippi gibt Entwarnung, mahnt aber

Lieferengpässe: „Keine unsolidarischen Hamsterkäufe!“ 28.10.2026 12:17 Uhr

Berlin - 

Bei vielen Arzneimitteln hat sich die Liefersituation laut dem niedersächsischen Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi (SPD) entspannt. Er gibt Entwarnung – appelliert aber auch an die Bevölkerung, von unsolidarischen Hamsterkäufen abzusehen.

„Es ist eine positive Entwicklung, dass die Lieferengpässe bei Medikamenten in den vergangenen drei Jahren leicht gesunken sind. Die Engpasssituation ist zwar bei ausgewählten Medikamenten immer noch auf einem Niveau, das sicherlich nicht zufriedenstellen kann, aber ein Versorgungsmangel von Wirkstoffen ist höchst selten“, betont Philippi.

Allerdings wäre es seiner Meinung nach dennoch ratsam, wenn das BMG auf nationaler Ebene eine Liste von Medizinprodukten und In-vitro-Diagnostika zusammenstellen würde, die als Grundlage für priorisierte Herstellungskapazitäten in Deutschland oder der EU und gegebenenfalls für eine Bevorratung für Krisenszenarien zu berücksichtigen wären. „Die Länder haben dies im Rahmen der Gesundheitsministerkonferenz an den Bund adressiert“, betont Philippi.

Versorgung sichergestellt

Neben einer mittel- und langfristigen Stärkung der Versorgungssicherheit könnten auch kurzfristige Maßnahmen wie die erhöhten Erstattungsbeträge für Kinderarzneimittel zumindest einen Beitrag leisten. So seien sehr dramatische Versorgungssituationen, wie sie beispielsweise im Winter 2022/2023 bei den Fiebersäften für Kinder bestanden hätten, in den vergangenen Wintern nicht mehr in dieser Form aufgetreten.

„Es muss aber in aller Deutlichkeit gesagt werden, dass die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung grundsätzlich sichergestellt ist und nur wenige Wirkstoffe von einem Versorgungsmangel betroffen sind. Von unsolidarischen Hamsterkäufen rate ich daher dringend ab. Lieferengpässe können damit sogar begünstigt oder verschärft werden und somit zusätzlich andere Patientinnen und Patienten gefährden, die Medikamente akut benötigen“, appelliert der Gesundheitsminister.