Aufgaben sinnvoll delegieren

Leitantrag: CSU will Praxen durch Apotheken entlasten 27.10.2026 13:05 Uhr

Berlin - 

Am vergangenen Freitag und Samstag kam die CSU in München zum Parteitag zusammen. Auch gesundheitspolitische Themen haben eine Rolle gespielt. Unter anderem sieht die CSU eine stärkere Rolle der Apotheken, wenn es um die Entlastung von Hausärzt:innen geht.

„Wir stehen für ein Gesundheitssystem, das wohnortnahe Versorgung mit Spitzenmedizin verbindet und niemanden allein lässt“, heißt es im Leitantrag der CSU mit dem Titel „Näher am Menschen – Für ein bürgernahes und bodenständiges Bayern“. Eine verlässliche, menschliche und bezahlbare Gesundheitsversorgung bleibe eine der zentralen Zukunftsaufgaben.

Aufgaben delegieren

Unter anderem müssten Hausarztpraxen entlastet werden. „Hausärzte können die wachsenden Anforderungen nicht allein stemmen. Wir fordern, geeignete Aufgaben verstärkt an gut ausgebildete Fachkräfte in der Pflege, an Physician Assistants und an Apotheken zu delegieren, um Ärzte zu entlasten und Patienten schneller zu helfen“, erklärt die CSU in dem Leitantrag.

Primärversorgungssystem einführen

In dem geplanten Primärversorgungssystem sieht die CSU eine Chance für einen echten „Paradigmenwechsel“, der viele Verbesserungen für die Patientinnen und Patienten mit sich bringen könnte.

Gerade deshalb müsse es gründlich und mit Weitsicht gestaltet werden, betont die Partei. „Das neue System muss von Beginn an funktionieren und gerade deshalb muss der Prozess weiterhin eng von Hausärzten, Fachärzten, Pflegekräften und Apotheken im Dialog mit der Politik begleitet werden.“

Impfen in Apotheken

Die Idee, Apotheken stärker einzubinden, um insbesondere Hausärzte zu entlasten, ist nicht neu. Bereits auf dem Deutschen Apothekertag (DAT) hatte der CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger auf die entlastende Rolle der Apotheken beim Impfen hingewiesen – und Kritik aus der Ärzteschaft an den Kompetenzerweiterungen zurückgewiesen: Die Ärzte hätten genug zu tun, so Pilsinger. Man könne doch nicht sagen, es gebe einen Ärztemangel und zu wenig Nachfolger, aber sich dann über jede Impfung aufregen, die in der Apotheke durchgeführt wird.

„Wenn ihr ernsthaft wollt, dass wir mehr steuern, dann müssen wir auch ernsthaft überlegen, welche nichtärztlichen Berufe etwas übernehmen können“, betonte Pilsinger.