Kassenabschlag

LAV: BStabG befeuert Apothekensterben 13.07.2026 13:59 Uhr

Berlin - 

Der Kassenabschlag wird von 1,77 auf 2,07 Euro steigen – das Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) hat am Freitag den Bundestag passiert und wurde auch vom Bundesrat durchgewunken. „Mit diesem Gesetz setzt die Politik die wirtschaftlich bereits angeschlagenen Apotheken erneut unter erheblichen Druck“, mahnt Frank Germeshausen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Landesapothekerverbandes Niedersachsen (LAV).

Mit der im BStabG vorgesehenen Erhöhung des Kassenabschlags werden die ohnehin wirtschaftlich stark belasteten Apotheken erneut zusätzlich unter Druck gesetzt. Der LAV warnt daher vor den Folgen für die Arzneimittelversorgung. „Weitere Apothekenschließungen mit spürbaren Auswirkungen auf die wohnortnahe Gesundheitsversorgung der Bevölkerung werden die Folge sein“, so Germeshausen.

„Vor wenigen Tagen hat die Bundesregierung nach mehr als 13 Jahren eine längst überfällige Honorarerhöhung für Apotheken auf den Weg gebracht. Mit der Entscheidung zum GKV-Spargesetz wird ein erheblicher Teil dieser so dringend notwendigen Stärkung wieder zurückgenommen. Was ist das für eine Politik, die erst die Apotheken stärkt, um sie dann wieder zu schwächen? Dieses widersprüchliche Vorgehen erschüttert das Vertrauen der Apothekeninhaberinnen und -inhaber in eine verlässliche Gesundheitspolitik.“

Die Politik verschärfe mit ihrem „Ja“ zum BStabG die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken erneut und treibe das Apothekensterben weiter voran. Dies habe spürbare Folgen für die Patient:innen. Dazu gehören beispielsweise längere Wege zur nächsten Apotheke, eine schlechtere Erreichbarkeit und eine zunehmende Ausdünnung der wohnortnahen Versorgung. „Wer die Apotheken einerseits als unverzichtbaren Bestandteil der Gesundheitsversorgung bezeichnet, sie kurzfristig finanziell stärkt, ihnen dann aber finanzielle Mittel wieder entzieht, gefährdet nicht nur die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung, sondern verliert zugleich seine (gesundheits-)politische Glaubwürdigkeit.“