Wartezeiten beim Facharzt

Lauterbach: Privatstatus in Klinik 05.02.2026 06:16 Uhr aktualisiert am 05.02.2026 08:47 Uhr

Berlin - 

In der Debatte um lange Wartezeiten für Facharzttermine hat der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eine Termingarantie bei Fachärzten für gesetzlich Versicherte gefordert.

„Wir brauchen endlich eine Termingarantie bei Fachärzten. Wenn innerhalb von drei Wochen kein Termin geht, darf der Patient wie ein Privatversicherter ambulant im Krankenhaus behandelt werden“, sagte Lauterbach der Rheinischen Post (RP). Bezahlt werden solle das aus dem Honorartopf der niedergelassenen Fachärzte.

Wartezeit 2024 im Schnitt 42 Tage

Im Schnitt dauert es in Deutschland inzwischen sechs Wochen bis zu einem Facharzttermin. Nach einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Linken-Anfrage betrug bei gesetzlich Versicherten, die mindestens einen Tag auf einen Facharzttermin gewartet haben, die Wartezeit 2024 durchschnittlich 42 Tage. 2019 waren es erst 33 Tage.

Deutschlands Hausärzte reagierten alarmiert. Die Chefin des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Professor Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth, forderte Tempo bei angekündigten Reformen. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will ein Primärversorgungssystem etablieren, bei dem vor jedem Facharztkontakt eine telemedizinische Ersteinschätzung oder ein Besuch beim Hausarzt stattgefunden haben soll.

Leistungen effizienter erbringen

Lauterbach hatte sich auch zum Vorschlag des CDU-Wirtschaftsrats geäußert, dass Kassenpatienten ihre Zahnbehandlung künftig selbst zahlen sollen. „Unser Ziel muss es sein, notwendige Leistungen effizienter zu erbringen, nicht sie zu privatisieren. Die ständige Verunsicherung der Bevölkerung mit Vorschlägen zum Sozialabbau ohne Reformvorschläge für mehr Wirtschaftswachstum könnte sogar die AfD stärken.“

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen schloss sich Lauterbachs Vorschlag an und sagte, es sei sinnvoll, dort, „wo wir offensichtlich Unterversorgung haben, wo Menschen sehr lange warten“, auch den Krankenhäusern zu erlauben, fachärztliche Versorgungen ambulant anbieten zu dürfen. Eine starre Trennung zwischen Ärzten, die in Arztpraxen arbeiten und Ärzten, die im Krankenhaus arbeiten, sei nicht mehr zeitgemäß, sagte Dahmen.