Ostdeutschland in den Blick nehmen

Kretschmer: „Brauchen Gesamtkonzept für Rente und Pflege“ 04.08.2026 17:15 Uhr

Dresden - 

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht die Belange Ostdeutscher in der Rentendebatte unberücksichtigt. Es sei ein großer Fehler, die Rente isoliert zu betrachten. Nötig sei ein Gesamtkonzept für Rente und Pflege.

Kretschmer hat noch einmal nachdrücklich Änderungen an den geplanten Reformen des Bundes bei der Rente und Pflege eingefordert. „Wer jahrzehntelang gearbeitet hat, darf im Alter nicht dafür bestraft werden, dass er in den 90er-Jahren für deutlich niedrigere Löhne gearbeitet oder Phasen der Arbeitslosigkeit durchstehen musste“, betonte Kretschmer in Dresden und verbreitete diese Botschaft auch auf der Plattform X.

„Bis heute habe ich kein einziges überzeugendes Argument gehört, das die Situation der Menschen in Ostdeutschland ernsthaft in den Blick nimmt. Es geht um vier bis fünf Millionen Rentnerinnen und Rentner, die im Durchschnitt von 1300 bis 1500 Euro im Monat leben. Und das bei Zuzahlungsbeträgen für ein Pflegeheim von mindestens 3000 Euro“, betonte Kretschmer. Das könne man nicht einfach ignorieren. „Das sind Menschen, deren Erwerbsbiografien nach der Wiedervereinigung oft von Brüchen, niedrigeren Löhnen und Arbeitslosigkeit geprägt waren.“

Rente nicht isoliert betrachten

Kretschmer hält es für einen Fehler ist, die Rente isoliert zu betrachten. „Entscheidend ist doch, was den Menschen nach den Beiträgen für Kranken- und Pflegeversicherung tatsächlich zum Leben bleibt. Deshalb brauchen wir endlich ein Gesamtkonzept für Rente und Pflege.“ Zuletzt hatte er sogar damit gedroht, die Rentenpläne des Bundes im Bundesrat scheitern zu lassen. Ohne Veränderungen werde man bei der Renten- und Pflegereform nicht zustimmen, sagte er in einem Interview. „Und wenn andere Länder auch nicht zustimmen, dann gibt es diese Renten- und Pflegereform nicht.“