Krankenkassen

DAK-Rabattinfo für Apotheker Alexander Müller, 08.05.2015 09:44 Uhr

Berlin - 

Software aktualisiert – und schon wieder hat eine Kasse neue Rabattpartner: In Apotheken bringen Wechsel bei den Rabattverträgen zusätzlichen Aufwand, weil das Lager aufgeräumt und Patienten umgestellt werden müssen. Die DAK Gesundheit will Apotheken künftig per E-Mail auf dem Laufenden halten, welche Änderungen bei Arzneimitteln anstehen.

Das „Arzneimittel-Team“ der Hamburger Kasse informiert die Apotheken bisher nur per Post über die Arzneimittel-Neuheiten. Künftig können die Apotheker auch einen Newsletter abonnieren. Der soll etwa alle zwei bis drei Monate verschickt werden und laut einem DAK-Sprecher immer einen konkreten Anlass haben. Man wolle die Apotheken auch nicht „zumüllen“, es gehe darum, die Kommunikation zu verbessern, heißt es.

Bei der DAK stehen aktuell relativ viele Wechsel bei den Rabattverträgen an: Bereits seit Anfang des Monats gelten neue Verträge zu drei gängigen Antiallergika. Für Desloratadin haben Glenmark, Heumann und Honosan einen Zuschlag erhalten, für Levocetizin Bluefish und wiederum Glenmark und Heumann. Im Juli treten außerdem Verträge zu Cetirizin in Kraft. Mit an Bord sind AbZ, Dexcel und Fairmed.

Insgesamt starten im Mai, Juni und Juli neue Rabattverträge über 151 Wirkstoffe oder Wirkstoffkombinationen, 38 davon sind bereits seit Anfang des Monats in Kraft. Ende Mai laufen 51 Vereinbarungen aus, Ende Juni weitere 40. Die DAK schließt meistens mit drei Herstellern pro Wirkstoff einen Vertrag, gelegentlich sind es auch zwei oder vier Partner. Exklusive Verträge wie etwa bei der AOK sind die Ausnahme.

Dadurch haben die Apotheken und ihre Patienten in der Praxis mehr Auswahl, auch Lieferengpässe können besser abgefangen werden. Ein weiterer Vorteil beim DAK-Modell: Laufen Rabattverträge aus und werden durch neue Vereinbarungen ersetzt, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass der Patient bei seinem Präparat bleiben kann.

Bei den aktuellen Wechseln der Rabattverträge zahlt sich das laut DAK schon aus: Bei 126 der 151 betroffenen Wirkstoffe sei mindestens einer der bisherigen Rabattpartner erneut mit von der Partie. Das sollte die Zahl der Präparatewechsel zumindest minimieren.

Die DAK hat außerdem – wie andere Kassen auch – Rabattverträge über Wirkstoffe geschlossen, die auf der Aut-idem-Liste stehen. Von dem Rabatt profitiert die Kasse allerdings nur, wenn das Präparat des Vertragspartners verordnet wurde. Denn das absolute Substitutionsverbot sticht auch die Rabattverträge aus.

Für Levothyroxin sind die Stada-Tochter Aliud sowie der Hersteller Aristo Rabattpartner, dieser zudem exklusiv bei L-Tyroxin-Natrium und Kaliumiodid. Beim Immunsuppressivum Tacrolimus hat die DAK Verträge mit Aliud, Cellpharm und Panacea geschlossen.