„Jauch als Totengräber der Apotheke vor Ort“ 19.03.2026 15:33 Uhr
Aktuell bekommen die Apotheken vor Ort großen Rückhalt für ihren Protest: Landauf, landab berichten die Regionalzeitungen von den Schließungen am Montag und von den Gründen dahinter. Die „Ruhr Nachrichten“ gehen zum Hintergrund auch auf das Problem mit Versandapotheken ein – und finden deutliche Worte: „Günter Jauch hält die Krankenkassenkarte ans Handy – und jeder Klick treibt einen Sargnagel in die Apotheke vor Ort. Wer zahlt den Preis dafür?“, heißt es dort.
„Lässt Europa unsere Apotheken sterben?“, fragt der Autor in seinem Kommentar. Durch seine Werbung für Versender Shop Apotheke heize der populäre Moderator das Apothekensterben weiter voran, so die Aussage. „Günther Jauch als Totengräber der Apotheke vor Ort“ lautet der Titel des Kommentars in dem Regionalblatt, in dem ausführlich auf die Geschichte der Versandapotheken eingegangen wird.
Der Autor nennt die Zahlen, die das Apothekensterben belegen, erklärt, wie Apotheken ihren Gewinn ziehen und dass dieser auch bei steigendem Umsatz nicht zwingend höher wird. Noch schwieriger sei es seit dem E-Rezept geworden, da die Versender nun im großen Stil mitmischen und nicht mehr nur den OTC-Markt abfischen. Die beiden größten, Shop Apotheke und DocMorris würden seit dem E-Rezept rasante Zuwächse beim Rx-Umsatz verzeichnen.
Auch auf den Streit mit den Versendern vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) geht der Autor ein. „In der Folge gewährten Versandapotheken Rabatte“, heißt es im Beitrag. „Seither sind Versandapotheken wieder im Aufwind und nutzen ein Schlupfloch. Sie geben Rabatte, die nicht direkt mit dem Preis eines Medikaments verknüpft sind.“ Weitere Verfahren laufen, die Lage sei noch lange nicht geklärt, die Versender würden aber weiter munter Boni geben. „Dabei kämpfen die Apotheker vor Ort für uns alle.“
Denn die Apotheke vor Ort brauche es zwingend. „Es klingt verlockend, wenn Günther Jauch die Krankenkassenkarte ans Handy hält und ein Medikament ordert, aber: Jeder Bestellklick jagt einen weiteren Sargnagel in unsere Apotheken vor Ort. Wenn beim Online-Shopping eine Hose verspätet eintrifft, ist das zu verkraften. Wenn das bei Medikamenten passiert, kann das schlimm enden. Wer will, dass die Apotheke mir auch im Notfall an Heiligabend hilft, muss Versandapotheken meiden. Immer. Allein mit Verkäufen im Notdienst kann keine Apotheke überleben“, heißt es abschließend.