„Quartalslogik überwinden“

Jahresrezepte für Chroniker: Warken verspricht rasche Lösung 15.02.2026 08:40 Uhr

Berlin - 

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erwartet eine schnelle Einigung bei der Umsetzung einer gesetzlichen Neuregelung, die chronisch Kranken häufige Praxisbesuche nur zum Rezeptholen ersparen soll. „Angesichts begrenzter Versorgungskapazitäten macht es Sinn, entbehrliche Arztkontakte und Wartezeiten zu reduzieren und die bisherige Quartalslogik für Chroniker zu überwinden“, sagte sie der „Bild am Sonntag“.

Nach einem Anfang 2025 noch von der Ampel-Koalition beschlossenen Gesetz erhalten Praxen künftig eine „Versorgungspauschale“ für Patienten mit leichten chronischen Erkrankungen und wenig Betreuungsbedarf. Einbestellungen in jedem Quartal aus Abrechnungsgründen sollen so unnötig werden.

Warken erwartet „zügige Verständigung“

Hausärztinnen und Hausärzte können stattdessen eine bis zu ein Jahr umfassende Pauschale abrechnen. Laut Gesetz sollte der Bewertungsausschuss von gesetzlichen Krankenkassen und Kassenärzten bis 31. August 2025 eine konkrete Regelung dazu treffen. Dennoch gibt es bislang keine Einigung über die konkrete Umsetzung.

Warken erwartet eine „zügige Verständigung“. Sie betonte: „Sollte es zu weiteren deutlichen Verzögerungen kommen, werden wir im Rahmen unserer Rechtsaufsicht die erforderlichen Schritte prüfen.“

Anfang des Monats hatte Deutsche Stiftung Patientenschutz Verzögerungen bei der Umsetzung des Jahresrezepts beklagt und Warken zum Eingreifen aufgerufen. „Es kann nicht sein, dass eine sinnvolle Lösung für Patientinnen und Patienten weiter auf die lange Bank geschoben wird“, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur.

Stoff-Ahnis: „Gut und richtig“

Die stellvertretende Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Stefanie Stoff-Ahnis, sagte der „Bild am Sonntag“: „Jahresrezepte als zusätzliche Möglichkeit finden wir gut und richtig.“

Ein Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) verwies demnach auf eine „komplexe Herausforderung“. Mit einer Vereinbarung in diesem Frühjahr sei dennoch zu rechnen.