Hoch warnt vor „Zusammenbruch der Versorgung“ 19.06.2026 08:39 Uhr
Angesichts der Sparpläne der Bundesregierung in der Gesundheitspolitik sieht der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) große Risiken für die medizinische Versorgung. Die Krankenhäuser seien von den Bundesplänen am härtesten betroffen und es drohe eine Gefährdung der Versorgung, sagte er den Zeitungen der VRM-Gruppe.
„Mich sorgt, dass das Gesetz so unausgewogen ist, dass ein Zusammenbruch der Versorgung in den Krankenhäusern, aber auch im ambulanten Bereich droht, weil sie den größten Einsparbeitrag leisten müssen“, sagte Hoch. Allein bei der Mainzer Universitätsmedizin führe das geplante Gesetz zur Beitragsstabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung zu finanziellen Auswirkungen von rund 25 Millionen Euro pro Jahr, bei 1000 Betten dort.
Folgen für kommunale Finanzen
„Wir haben aber auch Häuser mit viel weniger Betten, die kämpfen auch mit einem Millionenbetrag.“ Das sei von keinem freien Träger mehr aufzubringen. Sofern Häuser relevant für die Versorgung seien, werde sich das in den kommunalen Finanzen niederschlagen. Kommunen seien verpflichtet, die medizinische Versorgung sicherzustellen.
Dass Pharmafirmen wie Eli Lilly oder Boehringer Ingelheim angekündigt haben, Investitionen zu streichen oder zu kürzen legt für Hoch „den Finger in die richtige Wunde“. „Wer Innovation will und wer die Gesundheitsversorgung der Zukunft ermöglichen will, der muss auch zusehen, dass in der Pharmaindustrie genug Geld da ist, um auch hier zu forschen“, sagte der SPD-Politiker. Für Rheinland-Pfalz sei es essenziell, dass die Pharmaindustrie hier weiter investiere.