„Politischer Wortbruch mit Ansage“

Hessen: Offener Brief an Warken 21.04.2026 10:17 Uhr

Berlin - 

„Was derzeit gegenüber den Apotheken vorbereitet wird, ist ein politischer Wortbruch mit Ansage!“ Mit einem offenen Brief wendet sich der Apothekerverband Hessen (HAV) Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, Hessens Ministerpräsidenten Boris Rhein, Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz und die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Simone Borchardt (alle CDU). Darin fordert der HAV-Vorsitzende Holger Seyfarth, die geplante Erhöhung des Kassenabschlags sofort zu stoppen, das Fixum auf 9,50 Euro anzuheben, Skonti wieder zuzulassen und den Nacht- und Notdienstzuschlag deutlich anzupassen.

Statt der versprochenen Anpassung des Fixums und der Wiederzulassung von Skonti droht den Apotheken nun ein höherer Kassenabschlag. „Das ist nicht nur das Gegenteil dessen, was den Apotheken versprochen wurde. Es ist ein Frontalangriff auf die wirtschaftliche Existenz vieler Betriebe“, mahnt der HAV.

„Wer jetzt den Kassenabschlag erhöht, verschärft das Apothekensterben nicht versehentlich, sondern bewusst. Besonders unerträglich ist, dass den Apotheken nicht nur die zugesagte Honoraranpassung und die Wiederzulassung von Skonti vorenthalten werden, sondern zugleich auch bei der Vergütung zentraler Gemeinwohlpflichten weiter Stillstand herrscht. Es ist völlig inakzeptabel, die Apotheken zusätzlich zu belasten und gleichzeitig weder das Fixum anzuheben noch Skonti wieder zuzulassen noch den Nacht- und Notdienst endlich spürbar besser zu vergüten“, so Seyfarth deutlich.

Die Vor-Ort-Apotheken seien nicht Finanzreserve der Krankenkassen, man könne sich hier nicht einfach bedienen. „Wir sagen es unmissverständlich: Die Apotheken können keine erhöhten Rabatte an die Krankenkassen mehr zahlen. Nicht nach Jahren der Unterfinanzierung, nicht bei massiv gestiegenen Personal-, Energie-, Miet- und Bürokratiekosten und schon gar nicht, solange die politisch angekündigte Hilfe weiter ausbleibt“, so Seyfarth in seinem Brief.

„Wir fordern Sie deshalb unmissverständlich auf, die geplante Erhöhung des Kassenabschlags sofort zu stoppen und gleichzeitig die wirtschaftliche Stabilisierung der Apotheken verbindlich auf den Weg zu bringen: mit der Anhebung des Honorars auf 9,50 Euro, der Wiederzulassung von Skonti und einer spürbaren Erhöhung des Nacht- und Notdienstzuschlags“, so Seyfarth an die Politiker:innen.

Man erwarte die öffentliche Stellungnahme bis spätestens diesen Donnerstag. „Bleibt diese aus oder wird an der Erhöhung des Kassenabschlags festgehalten, werden wir dies öffentlich als das benennen, was es ist: Bewusster politischer Wortbruch zulasten der Vor-Ort-Apotheken und zulasten der Patientinnen und Patienten.“