Barmer-Arzneimittelreport 2026

Herzinsuffizienz-Medikamente mehr als doppelt so teuer 23.09.2026 13:07 Uhr

Berlin - 

Heute hat die Barmer ihren diesjährigen Arzneimittelreport vorgestellt. Im Fokus standen dabei die steigenden Kosten der Therapien von Volkskrankheiten wie Herzinsuffizienz und Asthma bronchiale. Diese hätten in den vergangenen zehn Jahren zu erheblichen Ausgabensteigerungen geführt.

So seien zwischen 2014 und 2024 die Gesamtausgaben der Kasse für die medikamentöse Behandlung von Herzinsuffizienz um 121 Prozent auf 441 Millionen Euro gestiegen; bei Asthma bronchiale legte die Summe um 80 Prozent auf 516 Millionen Euro zu. Maßgeblich ursächlich hieran seien die Ausgaben für patentgeschützte Arzneimittel schuld. Bei Präparaten gegen Herzinsuffizienz sei hier ein Anstieg von 183 Prozent zu verzeichnen gewesen, während Generika lediglich um 22 Prozent teurer wurden.

„Die Arzneimittelausgaben wachsen schneller als die Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung. Daher brauchen wir eine wirksame Weiterentwicklung der etablierten Nutzenbewertung und der damit verbundenen Preisfestsetzung mit dem Ziel einer angemessenen Ausgabenkontrolle. Ziel muss die Sicherstellung einer nachhaltig finanzierbaren Versorgung mit innovativen Arzneimitteln sein“, so der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Professor Dr. Christoph Straub.

Der Preisanstieg im Rahmen der Volkskrankheiten geht vor allem auf die Arzneimittelpreise zurück, nicht auf eine steigende Zahl von Erkrankten; bei Herzinsuffizienz stieg die Zahl der Betroffenen um lediglich 14 und bei Asthma bronchiale um 3 Prozent. Hier müsse das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) also dringend weiterentwickelt werden, genauso wie eine nationale Präventionsstrategie, um den Volkskrankheiten frühzeitig zu begegnen.

Professor Dr. Daniel Grandt, Autor des Reports, betonte, dass beispielsweise bei Herzinsuffizienz die durchschnittlichen Kosten pro Patient und Patientin und Jahr von 512 Euro (2014) auf 1451 Euro (2024) angestiegen seien – die Kasseneinnahmen könnten etwa 29 Prozent der realen Kosten eigentlich gar nicht decken. „Wir brauchen daher eine Weiterentwicklung des AMNOG und der damit verbundenen Preisfindung für neue Arzneimittel, um bereits mit der Zulassung zu fairen, den therapeutischen Gewinn und den Budget-Impact berücksichtigenden Erstattungspreisen zu kommen und die Finanzierung des therapeutischen Fortschritts auch zukünftig zu ermöglichen“, so Grandt.