Ex-Gesundheitsministerin wird Vize-Regierungschefin 18.05.2026 12:31 Uhr
Sabine Bätzing-Lichtenthäler wird stellvertretende Ministerpräsidentin sowie Ministerin für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend in Rheinland-Pfalz. Die SPD-Politikerin ist auch in der Gesundheitspolitik keine Unbekannte: Von 2005 bis 2008 war sie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. 2014 ging sie zurück nach Rheinland-Pfalz und zog in das Gesundheitsministerium ein. 2024 wurde die SPD-Politikerin als erste Frau zur Landesvorsitzenden der SPD Rheinland-Pfalz gewählt.
Die 51-jährige Bätzing-Lichtenthäler wechselt vom Fraktions- und Parteivorsitz wieder in die Landesregierung. Neu für die Westerwälderin ist das Amt der stellvertretenden Ministerpräsidentin. Neu ist für sie auch, an der Seite eines CDU-Regierungschefs zu stehen als Vertreterin des kleineren Koalitionspartners.
Gordon Schnieder (CDU) und Bätzing-Lichtenthäler kennen sich als Fraktionsführer ihrer Parteien in der letzten Wahlperiode – allerdings eher in umgekehrten Rollen. Sie stand der größten Regierungsfraktion vor, und er war der Oppositionsführer. Auch in den Koalitionsverhandlungen saßen beide an einem Tisch. Verhandlungsführer für die SPD war allerdings Alexander Schweitzer, der in dieser Rolle auch Vier-Augen-Gespräche mit Schnieder übernahm.
Alexander Schweitzer kennt sie aus Juso-Zeiten
Schweitzer, der mit der SPD die Wahl verloren hat, und Bätzing-Lichtenthäler kennen sich schon seit Juso-Tagen. Nach dem Rückzug von Roger Lewentz und Malu Dreyer galten die beiden als die Gesichter des Generationenwechsels in der SPD. Jetzt stehen sie auch – für die meisten unerwartet – für die erste große Koalition in Rheinland-Pfalz unter CDU-Führung.
Ihr künftiges Ministerium ist der Westerwälderin in großen Teilen bekannt, wurde aber auch etwas neu zugeschnitten. Aus Arbeit, Soziales, Gesundheit und Demografie – das sie von 2014 bis 2021 leitete – ist das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend geworden. Pflege inklusive.
Engagement für Weißen Ring
Bätzing-Lichtenthäler bringt auch Parlamentserfahrung aus dem Bundestag mit. Mit 27 Jahren zog sie in das Parlament in Berlin ein, für zwölf Jahre.
Die Mutter zweier Kinder ist Cousine des Limburger Bischofs, Georg Bätzing, und hat eine große Familie. Sie gilt als temperamentvoll, sportlich und lebenslustig und hat mit ihrem Mann schon einige 4000er-Berge bestiegen.
Seit 2022 ist sie auch Landesvorsitzende der Organisation für Kriminalitätsopfer, Weißer Ring. Das Thema liegt ihr am Herzen, und sie gab den Posten auch als Partei- und Fraktionschefin nicht auf.