Online-Rezepte

Union, ABDA und Ärzte gegen DrEd Benjamin Rohrer, 14.03.2013 14:11 Uhr

Im Visier der Politik: Die Koalition will noch in dieser Legislaturperiode die Dienstleistungen von britischen Online-Ärzten wie DrEd einschränken. Screenshot
Berlin - 

Der politische Druck auf den Online-Ärztedienst DrEd wächst. Nachdem das Bundesgesundheitsministerium (BMG) angekündigt hat, das Angebot juristisch zu prüfen, will die CSU nun auch Apotheker und Ärzte gegen DrEd vereinen. „Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich bei den Bemühungen unterstützen würden, diese Tendenzen aufzuhalten“, heißt es in einem Brief von Johannes Singhammer (CSU) an ABDA-Präsident Friedemann Schmidt und Dr. Frank-Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK).

Bei DrEd bieten britische Online-Ärzte ihren deutschen Patienten eine Ferndiagnose über das Internet an. Nach der Beratung kann der Patient direkt ein Rezept anfordern, das online gleich an die Versandapotheke Apo-Rot weitergeleitet werden kann. In Großbritannien ist dieses Verfahren erlaubt.

In Deutschland ist die ärztliche Beratung via Internet verboten. Das BMG hatte kürzlich angekündigt, das Angebot juristisch unter die Lupe zu nehmen. Die Initiative dafür kommt aus der Unionsfraktion.

„Ich wende mich zu einem Thema an Sie, dass sowohl die deutsche Apothekerschaft als auch die deutsche Ärzteschaft in ihrer Kernkompetenz berührt“, schreibt Singhammer an ABDA und BÄK.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Unionsfraktion kritisiert, dass „keinerlei direkter Arzt-Patienten-Kontakt“ stattfinde. Durch das Angebot werde das deutsche ärztliche Berufsrecht unterlaufen. Schließlich seien hierzulande Ferndiagnosen über das Internet verboten.

„Ich halte diesen Vorgang für nicht hinnehmbar, da aus meiner Sicht die Patientensicherheit gefährdet und gegen deutsches Recht verstoßen wird“, so Singhammers Fazit. Er habe das Thema in der Bundesregierung und der Koalition angesprochen.