Kultur und Beratung: Die Linke plant interprofessionelle Sorgezentren 08.03.2026 15:22 Uhr
Berlin braucht nach Überzeugung der Linke sogenannte Sorgezentren. Dort soll es unter anderem Gesundheitsdienstleistungen mit Ärztinnen, Psychotherapeuten, Sozialberatung, Kulturangeboten und Begegnungsräumen unter einem Dach geben. Die Sorgezentren sind ein Teil des „Aktionsplan Sorgende Stadt“, den der Linke-Landesvorstand mit Blick auf den Internationalen Frauentag beschlossen hat. Zuvor hatte die „Berliner Morgenpost“ über das Thema berichtet.
„Berlin ist das erste Bundesland, das den 8. März zum Feiertag gemacht hat. Nun wollen wir zum 8. März beschließen, Berlin auch zur sorgenden Stadt zu machen“, heißt es in dem Text. „Das Sorgezentrum soll sich in Landeseigentum befinden, aber genossenschaftlich und demokratisch über Quartierssorgeräte betrieben werden.“
Hilfe für Helferinnen und Helfer
Die Linke macht sich dafür stark, zunächst ein Pilot-Projekt zur Gründung eines Sorgezentrums zu starten. „Es soll ein Ort sein, an dem Kunst, Kultur, Freizeitangebote und Begegnung ohne Konsumzwang genauso einen Platz finden wie Selbsthilfegruppen, offene Angebote, Selbstorganisierung und Vernetzung.“ Die Partei spricht sich dafür aus zu prüfen, ob landeseigene Liegenschaften für das Pilotprojekt infrage kommen oder andere Gebäude angekauft werden könnten.
Interprofessionelle Gesundheitsteams
Um der Unterversorgung mit Haus- und Fachärzt:innen zu begegnen, will die Linke in diesem Sorgezentrum ein multi- beziehungsweise interprofessionelles Gesundheitsteam eingerichten, in dem nicht nur Hausärzt:innen, sondern auch Psychotherapeut:innen, Sozial- und Suchtberatung sowie Fachärzt:innen verschiedener Richtungen zusammenarbeiten.
Zudem soll durch Mischmieten ein tragfähiges Finanzierungskonzept entstehen. Dabei sollen Angebote der Nahversorgung wie Supermärkte, Drogerien und Apotheken zusammen mit den genannten Gesundheitsteams als Ankermieter fungieren, ergänzt durch soziale Träger, Familieneinrichtungen, Beratungsstellen, Kiezklubs, Senior:innentreffs, Mobilitätsdienste sowie Bibliotheken, Musikschulen, kleine Spielstätten, Arbeitsräume für Künstler:innen und Kulturangebote. „So lässt sich dauerhaft ein wohnortnahes Angebot schaffen und gleichzeitig die Kosten für Land und Bezirke gesenkt werden, da heute vielfach Fördermittel von freien Trägern für horrende Gewerbemieten verschwendet werden müssen“, erklärt die Linke.
„Berlin ist voll von Menschen, die sich umeinander kümmern und füreinander Verantwortung übernehmen“, heißt es in dem Aktionsplan – meistens von Frauen. Das Ziel müsse sein, Sorgearbeit aus der privaten Verantwortung einzelner zu nehmen und sie als demokratische Gemeinschaftsaufgabe zu verhandeln.