DAV verhandelt pDL-Preise neu 18.02.2026 11:23 Uhr
Der Deutsche Apothekerverband (DAV) hat den Rahmenvertrag bezüglich der Preise für pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) mit dem GKV-Spitzenverband gekündigt. Aktuell laufen die Verhandlungen mit den Krankenkassen; zum aktuellen Stand äußert sich der DAV auf Anfrage jedoch nicht.
„Nach einem Beschluss seiner Mitgliederversammlung hat der Deutsche Apothekerverband bereits Ende 2025 die Anlage 11 des so genannten Rahmenvertrags mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gekündigt. Anlage 11 betrifft die ‚Regelung der pharmazeutischen Dienstleistungen und des Näheren nach § 129 Absatz 5e SGB V‘“, bestätigt der DAV-Vorsitzende Dr. Hans-Peter Hubmann.
Die Kündigung werde zum 31. März dieses Jahres wirksam. Bis eine neue Vereinbarung zwischen DAV und GKV getroffen wird oder ein Schiedsspruch vorliegt, bleibt der bestehende Vertrag die Abrechnungsgrundlage.
„Über weitere Erwägungen, wie zur Gestaltung eines etwaigen Schiedsantrags, möchten wir aus verhandlungstaktischen Gründen keine Auskunft geben. Fakt ist, dass sich die Kosten in den Apotheken seit 2022 erheblich erhöht haben, als die Vergütung der Apotheken für jede der fünf pharmazeutischen Dienstleistungen erstmals festgesetzt wurde“, so Hubmann weiter. Grundsätzlich setze sich der DAV dafür ein, die pDL in den Apotheken „als zukunftsweisende Services für Patientinnen und Patienten weiterzuentwickeln und auszubauen.“
Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der über die pDL politisch kontrovers diskutiert wird. Die Kassen fordern die Abschaffung und Ausschüttung der Rücklagen aus dem Fonds. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) will das Angebot sogar ausweiten, allerdings teilweise nur auf ärztliche Verordnung. Weiteres Geld soll nicht mehr in den Topf fließen, stattdessen soll die Pauschale von 20 Cent auf den Notdienst umgelegt werden. Künftig sollen pDL direkt abgerechnet werden.