Das kostet das Fixum die Kassen 04.06.2026 10:07 Uhr
Trotz angespannter Finanzlage in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird das Apothekenhonorar erhöht – nach 13 Jahren Stagnation war dieser Schritt angesichts der wirtschaftlichen Situation in den Apotheken überfällig. In Summe könnte das die Kostenträger etwas mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr kosten. Die Erhöhung des Kassenabschlags ist dabei nicht berücksichtigt.
In der Begründung zur Verordnung rechnen Wirtschafts- und Gesundheitsministerium vor, was die Maßnahme kostet: Bei 640 Millionen Rx-Packungen zulasten der GKV ergeben sich demnach in diesem Jahr Mehrausgaben in Höhe von circa 250 Millionen Euro und im kommenden Jahr von circa 875 Millionen Euro, jeweils inklusive Umsatzsteuer.
Auf der Grundlage von weiteren 160 Millionen Rx-Packungen ergeben sich für die PKV im ersten Schritt zusätzliche Kosten von 40 Millionen Euro und im zweiten Schritt von rund 145 Millionen Euro. Auf die Träger der Beihilfe kommen rund 20 Millionen Euro beziehungsweise circa 73 Millionen Euro zu. Zugrunde liegt die Annahme, dass sich diese Verordnungen zu einem Drittel auf die Beihilfe und zu zwei Dritteln auf die Private Krankenversicherung (PKV) verteilen.
Kassen: „Das ist wirklich schräg“
„Das ist wirklich schräg“, so Florian Lanz vom GKV-Spitzenverband gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Alle müssen sparen, aber die Apotheken bekommen eine saftige Honorarerhöhung, obwohl deren Einnahmen seit Jahren kräftig steigen.“
Fixum rauf, Abschlag rauf
Allerdings soll parallel mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) der Kassenabschlag ab 1. Januar dauerhaft von 1,77 auf 2,07 Euro erhöht werden. Laut Entwurf ergeben sich hier Einsparungen in Höhe von rund 200 Millionen Euro pro Jahr. Dies basiert ebenfalls auf knapp 650 Millionen zulasten der GKV abgerechneten Packungen im vergangenen Jahr.
Da der Zwangsrabatt aber ein Bruttobetrag ist, fällt die Belastung für die Apotheken etwas geringer aus. Der Abschlag von 2,07 Euro entspricht einem Nettobetrag von 1,74 Euro. Die Anhebung um 30 Cent kostet die Apotheken also 25 Cent je Packung. Damit summiert sich die Belastung auf 162,5 Millionen Euro.