Darmkrebsscreening: Ärzte appellieren an Linnemann 29.08.2026 09:42 Uhr
Vorsorgliche Darmspiegelungen hätten sich bewährt, betont der Berufsverband niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands (bng). Die Gastroenterologen appellieren an den neuen Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU), die erfolgreiche Entwicklung nicht durch pauschale Budgetierung von Versorgungsleistungen auszubremsen.
„Der neue Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann steht vor der Herausforderung, sicherzustellen, dass die sinnvollen Bemühungen seiner Amtsvorgängerin zur Stärkung von Vorsorgeangeboten so umgesetzt werden, dass sie bestehende Erfolgsprogramme wie die gesetzlich geregelte Darmkrebsprävention nicht ausbremsen“, mahnt der Vorsitzende Dr. Ulrich Tappe.
Die vergangenen 25 Jahre hätten gezeigt, dass Darmkrebs durch eine vorsorgliche Darmspiegelung verhindert beziehungsweise rechtzeitig erkannt in vielen Fällen geheilt werden könnte. Das sei der vielfach bestätigte Erfolg des Screeningprogramms in Deutschland, auf das jeder gesetzlich Versicherte seit mehr als 20 Jahren einen Anspruch hat.
„Die Durchschlagskraft dieses Vorsorgeprogramms hängt wesentlich davon ab, dass die Menschen es auch tatsächlich in Anspruch nehmen“, erklärt Tappe. Die Akzeptanz in der Bevölkerung habe gerade in den letzten Jahren mit der Einführung des Einladungsverfahrens einen deutlichen Schub erfahren. Auch aktuelle Studien bestätigten, dass durch eine konsequente Inanspruchnahme der Vorsorge 80 Prozent aller Darmkrebserkrankungen vermieden werden könnten.
„Seit Einführung des Einladungsverfahrens durch die Krankenkassen im Jahr 2019 verzeichnen wir erfreulicherweise eine Zunahme bei den Vorsorgedarmspiegelungen um 30,5 Prozent“, betont Tappe. „Wenn sich dieser Trend vorsetzt, wird die Zahl der Darmkrebsneuerkrankungen weiter sinken.“
Alle Beteiligten seien unterdessen weiter bemüht, die Motivation zur Vorsorge in der Bevölkerung zu steigern. Die aktuelle Gesetzgebung lasse allerdings befürchten, dass die erfolgreiche Entwicklung durch eine pauschale Budgetierung von Vorsorgeleistungen ausgebremst wird. „Die Magen-Darm-Ärzte in Deutschland hoffen sehr, dass es Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann durch Präzisierung der gesetzlichen Vorgaben gelingt, genau das zu verhindern.“