502 Schließungen in 2025

Apothekenzahl sinkt auf 16.601 13.01.2026 11:25 Uhr

Berlin - 

In Deutschland hat sich die Zahl der Apotheken bis Ende 2025 auf 16.601 Betriebe reduziert. Damit sei der niedrigste Stand seit knapp 50 Jahren erreicht, so die Abda. Insgesamt gab es 502 Schließungen. Mit 62 neu eröffneten Apotheken erhöhte sich diese Zahl im Vorjahresvergleich.

Das Apothekensterben in Deutschland hält weiter an. Im vergangenen Jahr gab es 2,6 Prozent weniger Betriebe als 2024. Die Abda macht die Stagnation beim Apothekenhonorar für die rückläufige Zahl verantwortlich: „Seit der Umstellung der Arzneimittelpreisverordnung auf das heute fixe Packungshonorar vor 22 Jahren gab es eine einzige Erhöhung: 2013 wurde die Vergütung minimal um 3,1 Prozent erhöht. Dieser Stillstand hat zur Folge, dass seit 2013 jede fünfte Apotheke schließen musste (minus 19,7 Prozent).“ Damals habe es 20.662 Apotheken in Deutschland gegeben – das waren 4061 Apotheken mehr als heute.

2024 nur 48 Neueröffnungen

Mit 502 Schließungen nahm die Zahl der Betriebsaufgaben im Vorjahresvergleich leicht ab. 2024 wurden 578 Apotheken geschlossen, dem standen 48 Neueröffnungen gegenüber. „Die Zahl der Apotheken sinkt immer weiter. Das heißt, dass immer mehr Menschen immer weitere Wege bis zur nächsten Apotheke zurücklegen müssen“, sagt Abda-Präsident Thomas Preis. „Gerade bei außerordentlichen Wetterlagen wie in diesen Tagen kann das für ältere oder immobile Patientinnen und Patienten sehr beschwerlich sein.“

Gleichzeitig verwies Preis auf die Botendienste der Apotheken, die in solchen Situationen eine zentrale Säule in der Versorgung der Menschen seien. Sie könnten aber das Dienstleistungssortiment eines persönlichen Apothekenbesuchs nur teilweise ersetzen.

Der Rückgang sei „eine gefährliche Entwicklung, denn die Resilienz unserer Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung wird mit jeder Apothekenschließung weiter geschwächt“. Die Versorgung durch ausreichend viele Apotheken gehöre zur Daseinsvorsorge.

Preis kritisiert fehlende Fixumanhebung

Seit der letzten Erhöhung des Fixums im Jahr 2013 seien die Kosten in den Apotheken um 65 Prozent gestiegen, mahnt Preis. „Dass genau in diesem Zeitraum das Apothekensterben immer dramatischere Dimensionen erreicht, ist daher nicht verwunderlich.“ Für immer mehr Apotheken sei ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb nicht mehr darstellbar.

Vor dem Hintergrund weiter anhaltender Apothekenschließungen sei es „vollkommen unverständlich“, dass die Bundesregierung die Erhöhung des Fixums im laufenden Vorhaben der Apothekenreform gänzlich ausklammere, so Preis.